Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das ungeborene Geschlecht und die Frauenarbeit
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Es giebt wenige Momente im Leben der
Gegenwart, in denen der Dualismus zwischen
Theorie und Praxis stärker und unbewusster her-
vortritt, als in der Frauensache. Von den Vor-
kämpferinnen derselben sind viele christlich ge-
sinnt, und diese protestieren mit Empörung gegen
den Gedanken, dass sie irgendwie Teil an jener
Befreiung der Persönlichkeit haben könnten, die
„Freiheit für alle Kräfte und Mächte der Persön-
lichkeit" einschliessen würde. Individualismus und
Selbstbehauptung sind für sie niedrige Worte mit
sündiger Bedeutung! Dass die Frauenemanzipa-
tion thatsächlich die grösste egoistische Bewegung
des neunzehnten Jahrhunderts ist — ja, die ein-
greifendste Bethätigung der Selbstbehauptung, die
die Geschichte noch gesehen — davon haben sie
keine Ahnung! Die Befreiung der Kräfte und
der Persönlichkeit der Frau hat sich ihnen nie
anders dargestellt als in der Form eines idealen
Gerechtigkeitskampfes, eines edlen Sieges
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