Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das ungeborene Geschlecht und die Frauenarbeit
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werden. Bei einigen von diesen ist aber
doch der Mutterinstinkt nicht tot, sondern
nur unbewusst. Die modernen psychisch ana-
lysierenden, physisch und psychisch verfeinerten
Frauen werden oft von der Roheit, dem Unver-
ständnis oder den Anforderungen der männHchen
Natur zurückgestossen. Das ganze erotische
Moment in dem Wesen dieser Frauen welkt wie
eine nie aufgeblühte Knospe. Und in der Schwär-
merei für eine Aufgabe oder eine Freundin finden
sie einen Ausdruck für die Hingebung, deren
eigentliche Ziele sie leugnen oder übersehen,
etwas, das sich doch schliesslich oft auf tragische
Weise rächt.
Wovon ich also jetzt spreche, ist nur das, dass
jedes Weib, das noch nicht aufgehört hat, die Mutter-
schaft zu, wünschen, schon als Mädchen und noch
mehr als Frau PfHchten gegen das ungeborene Ge-
schlecht hat, denen es sich nicht ohne rücksichts-
losen Egoismus entziehen kann. Dieser Egoismus
ist oft eine Erscheinungsform des grossen Triebs,
der neben dem Arterhaltungstrieb das Dasein be-
herrscht : des Selbsterhaltungstriebs. Aber ge-
rade das sollte diesen notgedrungenen Egoismus
der modernen Arbeiterin jenen furchtbar erschei-
nen lassen, die sich mit der Befreiung der Frau be-
fassen 1
Denn von der ,
.Freiheit" der Frau zu sprechen,
von ihrer individuellen Selbstbestimmung, wenn sie
wie ein Packtier arbeitet, um das Existenzminimum
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