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— 132 —
und manchmal anders" — sie hat nicht die krät-
tige Erziehungsmethode des Feuers
Dass die frühere strenge Erziehung als Grob-
arbeit gelang, dass sie dem Charakter einen stil-
vollen Zuschnitt gab, beruhte gerade auf ihrer Ein-
heitlichkeit, Sie war folgerichtig streng, nicht wie
jetzt ein haltloses Schwanken zwischen allen Arten
von pädagogischen Methoden und psychologi-
schen Stimmungen, wobei das Kind wie ein Ball
zv/ischen den Händen der Erwachsenen hin vmd her
geworten wird, bald vorgezeigt, bald lächerlich ge-
macht, bald weggestossen, bald herbeigezogen,
bald totgeküsst, bald kommandiert, bald gelockt 1
Ein erwachsener Mensch würde wahnsinnig wer-
den, wenn scherzende Titanen ihn einen einzigen
Tag so behandelten, wie er jahrelang sein Kind
behandelt ! Ein Kind soll nicht kommandiert wer-
den, sondern ebenso höflich angeredet wie ein Er-
wachsener, um selbst Höflichkeit zu lernen. Ein
Kind soll nie vorgezeigt werden, nie zu Liebkosun-
gen gezwungen, nie mit Küssen überschüttet, die
das Kind gewöhnlich quälen und oft den Grund
zu sexueller Hyperästhesie legen. Die Zärtlich-
keitsbezeugungen des Kindes erwidern, wenn sie
ehrlich sind, aber seine eigenen auf grosse Augen-
blicke aufsparen — das ist eines der vielen feinen,
ausser acht gelassenen Erziehungsmittel! Und
ebenso wenig soll das Kind gezwungen werden,
Reue auszudrücken, um Verzeihung zu bitten und
dergleichen, was alles die sicherste Erziehung zur
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