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— 148 —
Erzieher nicht ahnt, wenn er triumphierend dar-
legt, wie die Züchtigung in dem vorliegenden Falle
„geholfen" habe. Die meisten Erwachsenen erzäh-
len freilich, dass die Züchtigung ihnen selbst in
diesem oder jenem Betracht geschadet hat. Aber
wenn sie dann Erzieher werden, bauen sie doch
auf die Wirkung der Züchtigung.
Welche kochende Bitterkeit und Rachgier,
welche hündisch kriechende Schmeichelei ruft nicht
die körperliche Züchtigung hervor 1 Sie macht den
Feigen feiger, den Trotzigen trotziger, den Harten
härter. Sie stärkt die beiden Gefühle, die die Wur-
zel von fast allem Bösen in der Welt sind, Hass
und P’urcht! Und solange Schläge Erziehung ge-
nannt werden, werden diese beiden Gefühle immer
die Menschen beherrschen!
Trotz ist einer der häufigsten Anlässe zur
Züchtigung. Aber was man Trotz nennt, ist in den
meisten Fällen nur Furcht oder Unfähigkeit. Das
Kind wiederholt z. B. eine falsche Antwort, wird
mit Schlägen bedroht und — wiederholt sie aber-
mals, gerade aus Furcht, nicht das Richtige zu
sagen. Man schlägt es, und jetzt antwortet es rich-
tig. Der Erzieher triumphiert: die Störrischkeit
ist überwunden! Aber was ist geschehen? Eine
weitere Furcht hat zu einer heftigen Gedankenan-
strengung, einer augenblicklichen Kraftsteigerung
geführt. Am nächsten Tage wird das Kind den
Fehler wahrscheinlich wieder sagen ! Im Falle wirk-
lichen Trotzes bei Kindern weiss ich Beispiele da-
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