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dass Fehler durch Leiden versöhnt werden können,
die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den
Fehlern stehen. Die Grundlage der neuen Sittlich-
keit hingegen ist, wie ich schon hervorgehoben
habe, dass kein Fehler versöhnt werden, dass man
in keiner Weise den Folgen seiner Handlungen
entgehen kann.
Unwahrheit gehört zu den Fehlern, die der Er-
zieher am häufigsten mit Schlägen strafen zu müs-
sen glaubt. Aber in keinem Falle ist dieses Mittel
gefährlicher.
Wenn jemand ein sehr notwendiges „Lese-
buch für Eltern" redigieren wollte, müsste darin die
bekannte Geschichte von George Washington und
der Axt aufgenommen werden, aber von der Kritik
begleitet, die ein geweckter Zehnjähriger zu dieser
Anekdote gab: „Das ist keine Kunst, die Wahr-
heit zu sagen, wenn man einen so netten Papa hat I"
Ich pflegte selbst die Unwahrheiten in unwill-
kürliche, in freche und phantasievolle einzuteilen,
sah aber kürzlich eine bessere Einteilung der Lügen
in weisse, kalte Lügen, d. h, voll bewusste und
immer strafbare, und heisse Lügen, die der Aus-
druck einer erregten Stimmung, einer feurigen
Einbildung sind. Ich bin ganz einverstanden mit
diesem Schriftsteller, dass diese nicht gestraft,
wohl aber berichtigt werden sollen, doch nicht
durch ein pedantisches „Messen mit dem Zollstab,
um wie viel zu lang oder zu kurz die Angabe ist",
sondern durch Auslachen — sonst eines der rc-
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