Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - V. Die Seelenmorde in den Schulen
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im kleinen der der Menschheit im grossen. Und
daraus folgt, dass die Kinder ebenso naiv Idealis-
mus und Realismus vereinen, wie es die epische
Dichtung der Völker thut. Das Grosse, Gute,
Heldenhafte, Uebernatürliche ergreift sie am
meisten; aber nur in konkreter Gestalt, sinnhch
veranschauHcht, mit dem eigenen Kraftreichtum
des Lebens, ohne Anpassung an die gegenwärtigen
Auffassungen.
Man kann das erproben, wenn man z. B. ein
echtes Volksmärchen erzählt und eine Variation
von Andersen darüber, mit wenigen Ausnah-
men werden die Kinder das erstere einstimmig als
„das schönste" bezeichnen.
Was weiter für frische Kinder mit gesundem
Appetit anziehend ist, ist ein Viel, aber keines-
wegs ein Vielerlei.
Zu allererst fragen sie, ob „das Märchen lang
ist", nachdem sie die Hoffnung haben, dass es schön
ist; sie hören gerne dasselbe Märchen weiss Gott
wie oft; sie haben ein unbewusstes Bedürfnis nach
gründlicher Aneignung, sobald das, was man ihnen
giebt, mit ihrem Entwickelungsstadium überein-
stimmt. Das gilt von allen Gegenständen. Ich
kenne Kinder, die die „Ausgewählten Erzählungen"
aus der Bibel verabscheuten, mit denen die Morgen-
andacht eingeleitet wurde, die aber das neue Testa-
ment als „Unterhaltungsbuch" lasen ; die durch die
pädagogischen Auszüge nicht zum Interesse für die
nordische Göttcrlehre erweckt werden konnten,
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