Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Die Schule der Zukunft
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begriffen zu folgen. Das Kind lernt gehorsam
gegen seine Schule sein, loyal gegen seinen Kame-
radenkreis, ebenso wie später gegen seine Univer-
sität, sein Korps, sein Amt — lernt das früher, als
gegen sein eigenes Gewissen, sein eigenes Rechts-
gefühl, seine eigenen Impulse ehrlich zu sein. Es
lernt ein Auge zudrücken, beschönigen, verleugnen,
was der eigene Kameradenkreis, das eigene Korps,
das eigene Land sündigt.
Und so erhält die Welt ihre Dreyfusaffairen
und ihre Transvaalkriege. Will man Menschen er-
zielen, nicht Masse, dann gilt es wirklich, das Er-
ziehungsprogramm des grossen Staatsmannes
Stein zu befolgen, nämlich ,,a 11 e jene Impulse zu
entwickeln, von denen Wert und Stärke des Men-
schen abhängen !
!" Und das geschieht nur, wenn
man schon so früh wie möglich das Kind die Frei-
heit und die Gefahr der eigenen Wahl lehrt, das
Recht urid die Verantwortung des eigenen Willens,
die Bedingungen und Aufgaben der eigenen Prü-
fung — all das also, dem schon der Kindergarten
unbewusst entgegenarbeitet, und das nur ein Heim
hervorarbeiten kann. Jedes Individuum allein sei-
nem Gewissen gegenüberzustellen, das ist das
höchste Resultat der Erziehung. Und das schliesst
keineswegs aus, dass dasselbe Individuum Schritt
für Schritt das Glück und das Bedürfnis erfahren
kann, ein dienender Teil eines Ganzen zu sein, zu-
erst im Hause, dann im Kameradenkreis, im Vater-
lande und schliesslich in der Welt. Der Unter-
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