Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Die Schule der Zukunft
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— 266 —
Hilfsbereitschaft und Thätigkeit lernt, während die
jetzige Schule nur künstlich die häusliche soziale
Erziehung ersetzt, die Schule und Hausaufgaben
dem Kinde jetzt rauben. Was die Schule jetzt an
eigentlichem Wert giebt — das Kameradenleben
— kann die häusliche Schule ohne die Gefahren des-
selben ebenfalls bieten. Und mit diesen Gefahren
meine ich nicht nur schlechte Einflüsse, sondern
vor allem die kollektive Verdummung, die durch
den starken Meinungsdruck entsteht, den die
Herde ausübt; die Furcht vor der „allgemeinen
Meinung", vor der Lächerlichkeit, zu der der
Grund schon in den für solche Einflüsse so unge-
heuer empfänglichen Kindheitsjahren gelegt wird.
Die geringste kleine Abweichung in der Kleidung,
im Geschmack wird schonungslos kritisiert, und
würde man eine Enquete über die Leiden der Kin-
der durch die Tyrannei des Kameradenlebens an-
stellen; eine Tyrannei, die bald in härteren, bald in
milderen Formen auftritt — so würde das Vorur-
teil, dass die Schule in dieser Beziehung unersetz-
lich sei, wohl erschüttert
Dazu kommt, dass der nivellierende Druck der
gleichförmigen Disziplin die Persönlichkeit von
oben niederdrückt, während das Kameradenleben
sie von allen Seiten einpresst. Jeder Bemerkung
über die formelle Pedanterie wird ja mit der Ant-
wort begegnet: „In einer Schule ist es ja unmög-
lich, den Kindern das zu erlauben, was in einem
Hause geschehen kann ; denken Sie doch, wenn alle
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