Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Die Schule der Zukunft
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— 286 —
irgendwelche Nacktheiten der neueren Litteratur.
Aber auf das ruhige Gefühl der Selbstverständlich-
keit des Natürlichen lässt sich eine echte Unschuld
gründen. Und nur durch echte Unschuld wird das
Leben sowie die Kunst und die Litteratur g^oss
und gesund.
In den Werken der grössten Geister tritt einem
eine unendliche Welt entgegen, in der die Erotik
nur ein Moment ist, und das giebt ihr eine grosse
Kühle. Die Phantasie rauss überdies Nahrung er-
halten, soll sie sich nicht an sich selbst verzehren,
und sie soll das Erlesenste als Nahrung erhalten.
Das Kind schöpfe zuerst aus der Sage und dann aus
der grossen Litteratur. Um so mehr, als diese sonst
oft ungelesen bleibt, wenn die Mannigfaltigkeit der
modernen Litteratur später anfängt, das Interesse
zu absorbieren.
Gut sehen zu können — in die Welten der
Natur, des Menschen und der Kunst — und g^t
lesen zu können, das sind die zwei grossen Ziele,
denen die Erziehung des Hauses wie der Schule zu-
steuern soll. Wenn das Kind das vermag, kann es
fast alles andere selbst lernen. Beiläufig möchte
ich noch darauf hinweisen, dass eine gesunde Ent-
wicklung der Phantasie nicht nur eine ästhetische
Bedeutung hat, sondern auch eine ethische, sie ist
nämlich eine Grundbedingung für eine werkthätige
Sympathie. Unzählige Grausamkeiten werden
jetzt z. B. von Menschen begangen, die nicht böse
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