Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VII. Der Religionsunterricht
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— 328 —
Ein schwedischer Astronom hat in treffender
Weise gezeigt, wie in demselben Masse, indem unser
Wissen vorwärts schreitet, die Religion aufhört, ein
Richter über das zu sein, was unser Wissen um-
fasst. Und je mehr Wissen wir erreichen, desto
mehr wird das Gebiet des Uebernatürlichen einge-
schränkt, desto weniger glaubt man an das Ein-
greifen göttlicher Kräfte, desto weniger konkret
werden die Vorstellungen vom Tode und einem
Leben nach diesem. Aber das bedingt durchaus
nicht, dass das religiöse Gefühl erlischt, wenn es
auch nicht mehr durch den Glauben an eine gött-
liche Offenbarung und ein übernatürliches Ein-
greifen genährt wird. Als Idealität findet es noch
immer seinen Ausdruck, und ohne religiösen Glau-
ben und Begeisterung können keine idealen Ziele
verwirklicht werden. Es gilt, meint der Ver-
fasser, die religiöse Gesinnung zu bewahren, wenn
man auch die veralteten religiösen Begriffe verliert
Dieser Punkt ist der entscheidende in der gan-
zen Frage. Es ist auch meine tiefste Ueberzeugung,
dass der Mensch ohne Religiosität in der Gemüts-
anlage keine idealen Ziele verfolgen, nicht über
seine eigenen Interessen hinaussehen, nicht mit
Opferwilligkeit grosse Ziele verwirklichen kann. Die
religiöse Begeisterung weitet unsere Seele und ver-
pfUchtet uns zu dem Handeln, das wir für das
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