Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VIII. Kinderarbeit und Kinderverbrechen
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Agrariern hört man freilich darüber klagen, dass
die Volksschule den Kindern zu viel Wissen bei-
bringt! Aber diesen Behauptungen wurde auch
mit gutem Grunde die Forderung der Umgestaltung
des Bildungsideales nach der sozialen Entwicke-
lung gegenüber gestellt, eines Bildungsideales, das
für alle Gesellschaftsklassen gleich sein und zur Teil-
nahme aller an dem geistigen Leben des Volkes
führen sollte
Ich kehre später zu diesem Gegenstande zu-
rück und will in diesem Zusammenhange nur dar-
auf hinweisen, dass der Kampf um die Kinder im
letzten Grunde ein Ausdruck der Reaktion ist, die
überall gleich bleibt, der Reaktion, die unter lauten
Wehrufen über die Schlechtigkeit der Zeit die
Entwickelung zurückzuschrauben sucht, anstatt in
den Fällen, wo sie auf Abwege geraten ist, die neue
Strasse zu bahnen, die sie weiter vorwärts führt.
Aber die neuen Wege — die fürchtet man
eben so sehr! Bis auf weiteres sucht man mit
Zwangsgesetzen der grossen Organisation ent-
gegenzuwirken, die die jüngste der Geschichte ist,
den Fachvereinen, und die, wie alle früheren
grossen Organisationen, ihre Aufgabe in der
sozialen Entwickelung zu erfüllen hat. Denjenigen,
die bis auf weiteres bei uns die Macht in Händen
haben, fehlt jeder Blick für grosse Gesellschafts-
fragen; sie fördern Klasseninteressen, nicht das
Interesse des Ganzen ; sie vertreten kleine Provinz-
rücksichten, nicht grosse menschliche und vater-
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