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Die Regenwolken sind gewichen. Herbstlich durch-
geistert scheint die Sonne, aber in der stillen Nacht
schaue ich nach Norden, wo das Siebengestirn langsam
über den Himmel zieht, und es scheint mir plötzlich, als
hörte ich seine Sternenräder rollen und die Gespanne
um seine Deichsel schnauben. Noch tiefer lausche ich dem
fernenHimmelshund imNorden, und jetzt höre ich deut-
lich in seiner Spur den widerhallenden Schritt von vor–
wärtseilenden Kolonnen. Bin ich der einzige, der diesem
Schritt von Norden her lauscht? Ich denke, nein. Am
Wachtfeuer in den Karpathen sitzen Männer, die auch
nicht schlafen.
Sätoralja-Ujhely, September, 1914.
Standgericht
Äls die Russen in Nagybocsko, das letzte große Dorf
vor Ma’ramaros-Sziget, nach einem Kampfe einrückten,
wurden sie von der ruthenischen Bevölkerung als Brüder
und Freunde empfangen. Besonders die seit Iahren
bekannten russophilen Elemente waren über den russischen
Erlöser beglückt und traten sofort als Spione und Ver-
räter gegen das österreichisch-ungarische Vaterland in
seinen Dienst. Sobald die Russen weiter vorrückten,
plünderten die Ruthenen die Staatsgebäude wie alle
Häuser, die nicht Eigentum ihrer Stammesgenossen
waren. Aber es geschah, daß die Russen zurückgeworfen
wurden und daß die ungarischen Gendarmen mit den
dunklen Hahnenfedern am runden Hut wieder in Nagy-
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