- Project Runeberg -  Die Kultur Schwedens in vorchristlicher Zeit /
186

(1885) [MARC] Author: Oscar Montelius Translator: Carl Appel
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Das Eisenzeitalter. (Vom fünften Jahrhundert vor Christi Geburt bis zur zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts nach Christus.) - D. Der zweite Teil des jüngeren Eisenzeitalters (Vom Beginn des achten bis zur zweiten Hälfte des elften Jahr­hunderts.) - Opferstätten - Götterlehre

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denn häufig feierten die heidnischen Schweden ihren Gottesdienst
unter freiem Himmel, in einem heiligen Hain oder an einer
heiligen Quelle[1]. —
Wir können, selbst wenn wir auf die
Tradition nicht hören wollen; noch immer eine grosse Menge Stellen
aufzählen, an denen die alten Bewohner des Landes den
Asagöttern einst geopfert haben. Solche Stellen sind die in vielen
Gegenden vorkommenden Ortschaften mit den Namen Hof, Harg
oder Vi[2].
Häufig erfährt man sogar, welchem Gott der Platz
geheiligt war. Beispiele hierfür sind Odensvi in Westmanland
und Småland, Odensala in Uppland, Thorsharg (jetzt Thorshälla)
in Södermanland, Thorslunda in Upplaud und auf Öland (s.
S. 118), Frövi in Vestmanland, Frötuna in Uppland, Ullevi in
Uppland und Vestmanland u. s. w. — Der Umstand, dass so
viele dieser Namen jetzt christliche Kirchen bezeichnen, verdient
Aufmerksamkeit, denn er zeigt, dass auch manche Dorfkirche
auf dem Lande wie die älteste Domkirche in Uppsala auf eine
Stelle gebaut wurde, die schon in heidnischer Zeit dem
Gottesdienste geweiht war.

Die angeführten Ortsnamen bekräftigen uns, wenn es solch
weiteren Beweises noch bedürfte, dass die Schweden jener Zeit
im wesentlichen dieselben Götter verehrten und dieselbe Religion
besassen, wie ihre Stammverwandten in Norwegen und auf
Island. — Dass auch die in der Edda überlieferten Heldensagen
in Schweden nicht unbekannt waren, ergiebt sich aus den in


[1]
Wir haben Anlass viele der gewöhnlich sogenannten „Richterringe“
oder „Richtersitze“ als Opferstellen anzusehen, — Kreise, die aus grossen,
in einiger Entfernung von einander niedergelegten Steinen bestehen. Die
Anzahl der Steine in einem solchen Kreise ist oft neun. In der Nähe
dieser Steinkreise befinden sich häufig Quellen, von denen einige bis in die
späteste Zeit Opferquellen gewesen sind.
[2]
Das Wort Hof entsprach in heidnischer Zeit ungefähr dem, was
wir mit „Tempel“ meinen, Harg ist „Altar“ und Vi „Heiligtum, heilige
Stelle“.

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