- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - Einleitung

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der ursprung des islams und das christentum 15 i

tismus nicht für alles, was etwa im Koran nicht jüdisch oder
arabisch sein könnte, verantwortlich gemacht werden kann, das
stellt sich schon heraus, wenn man die Merkmale ansieht, die
Harnack1 als besonders schlagende Ubereinstimmungen zwischen
Elkesaismus und Koran hervorhebt. Ob Elxai wirklich in der
Beurteilung der Askese eine andere und mildere Auffassung als
das sonstige Judenchristentum vertrat, ist nicht sicher zu
entscheiden. Das Verbot des Fleischgenusses wurde wenigstens
von einigen Elkesaiten aufrecht erhalten.2 Die Ehe hat er
freilich nach epiphanius Haer. XIX: I nicht nur für erlaubt,
sondern sogar für geboten gehalten, — er »ermordet die
Vir-ginität»3 — aber dieser Standpunkt, derjenige des echten
Judentums, das eben wegen des Cölibats scharfe Angriffe gegen das
Christentum richtete,4 bedeutete jedenfalls keine Neuigkeit weder
in den judenchristlichen5 noch in den synkretistischen6
Täufersekten und könnte ja an Muhammed ebensogut von der
ostsyrischen Kirche herangekommen sein, wo ja schon in der ältesten
Zeit die Virginität sogar ausgesprochen herabgesetzt und die
Pflichtmässigkeit der Ehe scharf behauptet wurde.7 Unter allen
Umständen ist die Stellung Muhammeds zur Askese wenigstens
in seiner früheren Periode eine ganz andere, als die des
Judenchristentums. Die ebionitische Askese ist ritualistisch,
besteht in der Einhaltung bestimmter Gebote, die Askese
Muhammeds ist sittlich religiöser Art: innerliches Freiwerden von der
Welt; das ist der Standpunkt der vom Mönchstum
beein-flussten aber nicht beherrschten Frömmigkeit z. B. in der
ostsyrischen Kirche. Ferner hat der Ablutionsritus des Islams,

1 Dogmengeschichte3 II, 536.

5 Epiphanius, Haer. LIII. Vgl. Brandt, Elchasai (Leipzig 1912) in.

a Die Sabier in Babylonien, die sich jedenfalls auf Elxai beriefen, scheinen
Ehe-, Wein- und Fleischverbot aufrecht erhalten zu haben, Fihrist, ed. Flügel
328 (vgl. 340). Wegen dieser Notiz will P. Alfaric, Les Ecritures
ma-nichcennes (Paris j919) sogar die Angabe Haer. XIX, I für ein Missverständnis
des Epiphanius erklären.

1 Aphraates, Horn. XVIII, § i, 5, 9. (Texte u. Unters. III: 3/4, 290,
295, 297-)

5 Epiphanius, ed. Dindorf 91: 15, Achelis, Die syrische Didaskalia,
Texte u. Unters. N. F. X, 363.

0 Bei den Mandäern ist die Ehe religiöse Pflicht, W. Brandt, Die
Religion der Mandiier (Amsterdam 1915), 30.

’ Achelis, Die syrische Didaskatia, 513.

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