- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugunionde årgången, 1929 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Kraft, Salomon, Textstudier till Birgittas revelationer

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rai.omon kraft

Kloster zu Wadstena nieder. Einiges daraus ging als »Nachtrag»
verschiedener Art in Manuskripte des Liber celestis ein, und
der Rest wurde in einer Sammlung, Revelationes extravagantes
genannt, vereinigt, die erst im Jahre 1492, als alle Birgitta-Schriften
in Bartholomaeus Ghotans Druckerei im Lübeck gedruckt wurden,
ihre endgültige Anordnung erhielt. Kap. IV (Zur
Litteraturge-schichte der latei7iischen Revelationen) enthält einen Bericht über
die Resultate der vom Verfasser betriebenen Studien betreffs
des Auftretens der Nachträge und der »extravaganten»
Offenbarungen in einigen Revelationes-Manuskripten, vor allem in den
Kodizes, die dem Kloster in Wadstena zugehört haben.

In Kap. V (Die Mitwirkung der Beichtväter bei der
Aufzeichnung der Revelationen) nimmt der Verfasser Stellung zu
dem zuerst von H. SCHÜCK beachteten Hauptproblem der
Re-velationenforschung, d. h. zu der Frage vom Anteil der
Beichtväter bei der Aufzeichnung der Revelationen. Die von SCIIÜCK
vertretene Meinung, dass die Rolle der Beichtväter dabei eine
sehr bedeutende gewesen sei, wird von R. STEFFEN und K. B,
WESTMAN energisch bekämpft. Die Auffassung des Verfassers
ist folgende. In ihrer lateinischen Form sind die Relevationen
von den Beichtvätern ausgearbeitet. Die bei dem
Kanonisie-rungsprozesse Birgittas niedergelegten Depositionen beweisen,
dass Birgitta noch während ihrer einige Monate vor dem Tode
abgeschlossenen Pilgerfahrt nach Jerusalem ihre schwedisch
entworfenen Originalaufzeichnungen von den schwedischen
Beichtvätern, die ihre Mitarbeiter waren, Petrus von Alwastra und
Petrus von Skenninge, ins Lateinische übertragen Hess. Die
Beichtväter sind jedoch nicht nur Ubersetzer gewesen.
Rücksichten sind vielfach genommen worden, und zwar nicht nur
als die schwedischen Beichtväter die Offenbarungen ins
Lateinische »übersetzten», sondern auch als Alfons die
Revelationen in ihrem ganzen Umfang redigierte. Der Gesichtspunkt
der reinen Lehre ist stets aktuell gewesen. Aus den
Revelationen, der Aktensammlung des Kanonisierungsprozesses wie aus
zeitgenössischen Schriften klingt die Zuversicht, dass die
Offenbarungen Birgittas ihre Entstehung dem Engel des Lichtes und
nicht dem der Finsternis verdanken. Da Birgitta darüber selbst
Zweifel gehegt hat, hat sie sich zu den Beichtvätern gehalten

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