- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioförsta årgången, 1931 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen

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PATER PRI BI [.LA UND DIE ÖKUMENISCHE ERWECKUNG 59

I I

teressant zu wissen, wo ich etwas Derartiges gesagt oder
geschrieben habe. Der Verfasser sagt sogar, dass ich einem
»weitgehenden Evolutionalismus und Relativismus huldige». In
Wahrheit habe ich den Evolutionalismus und Relativismus immer
bekämpft. Freilich meine ich: »Menschliche Formulierungen sind
niemals vollkommen oder vollständig, sondern immer nur
annäherungsweise richtig, wenn es geht um Gottes Wesen und
das Geheimnis der Erlösung». (117) Aber dazu bemerkt der
Verfasser richtig: »Das können auch die Katholiken, die in Gott
den unbegreiflichen Gott, den Deus incomprehensibilis anbeten,
zugeben oder richtig verstehen.» (117) Ich meine auch: »Die
von der Offenbarung erleuchtete Arbeit des Denkens darf nie
ruhen. Sie muss fortgesetzt und revidiert (schwedisch:
revideras) werden. Bleibt sie in einem scholastischen System stehen,
so hat der Mensch seine hohe Bestimmung verleugnet.» Aber
ich glaubte, auch die wirklich autoritativen römisch-katholischen
Theologen seien der Ansicht, dass die menschlichen Ausdrücke
der ewigen Wahrheit, wenn möglich, immer von neuem
verbessert werden müssen. Jedenfalls ist eine solche Auffassung
auf dem Boden der evangelischen Theologie heimisch. Der
Verfasser kennzeichnet mich als Schüler von Schleiermacher und
Ritschi. Ich habe dankbar mehr von letzterem als von ersterem
gelernt, aber der Verfasser vergisst, dass ich von vornherein
den antimetaphysichen und antimystischen Historizismus Ritschis
abgelehnt habe, und dass ich in meinen Schriften immer wieder
ganz besonders Martin Luther gefolgt bin, welcher die soeben
angeführte Auffassung deutlich ausgesprochen hat. Damit
werden die alten Bekenntnisse der Kirche keineswegs herabgesetzt.
Man darf sie aber nicht als totes Kapital liegen lassen, sondern
muss sie immer besser zu verstehen und ihren Sinn immer
klarer auszudrücken bestrebt sein. Wenn man meine soeben
skizzierte und vom Verfasser zitierte Auffassung in dieser Hinsicht
für unrichtig erklärt, so leugnet man das Evangelium. Denn
dort wird im Johannes-Evangelium ausdrücklich vom Heiligen
Geiste gesagt: »Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr
könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der
Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten»
(Joh. 16: 12—13).

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