Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
G wird dem gegenüber wieder etwas vereinfacht. Die punktierten
Noten fallen weg, ebenso ein grosser Teil der Durchgangsnoten. Die
Fermaten verraten schon die Rücksicht auf die Orgelbegleitung,
wodurch nun die Melodie schwerfälliger und »kirchlicher» wird. Die
hypophrygische Tonart wird in allen schwedischen Aufzeichnungen
beibehalten.
8. »Aus tiefer Not schrei ich zu dir» (I., phrygische Mel.)
Ps.B. 1536.
Schwed.: »Af djupsens nöd ropar jag til dig»
(Dän.: »Aff dybsens nöd raaber jeg til dig»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524, No. 4 (Z. 4437).
Schwed.: Kalm. I, fol. 146; Mönst., fol. 88; Rappe, fol. 12 und 38;
Ridd., pag. 103; G. gg.
(Dän.: Tavsen, fol. 110; Thorn., fol. 178; Jesp., fol. 134; Arrebo, fol.
252 b.)
Diese phrygische Melodie ist ebenso wie die 2., hypojonische
(vgl. No. 2), nach Schweden gekommen, wenn auch augenscheinlich
10 Jahre später. In deutschen Quellen findet sie sich zuerst 1524
bei Joh. Walter und im Erfurter Enchiridion vom gleichen Jahr.1
Die norddeutsche Tradition, die nach Kümmerle2 den obigen Text
fast durchweg mit der phrygischen Melodie verbindet, ist, wie aus
der Übersetzung hervorgeht, auch für Schweden ausschlaggebend
gewesen. Der individuelle Charakter der Komposition3 schliesst eine
starke Variierung aus. Die schwedischen Fassungen stimmen darum
fast ganz mit den deutschen überein. Während die dänischen
Choralbücher genau Walter kopieren (z. B. Hans Tavsen), zeigen die
schwedischen kleine Varianten in der Schreibweise, die die unmittelbare
Abschrift einer deutschen Notierung nicht wahrscheinlich machen.
Teilweise Übereinstimmungen sind jedoch mehrfach festzustellen.
So fällt z. B. der kurze Auftakt bei Walter in allen schwedischen
Quellen fort, ebenso wie bei Wulpius, Schütz, Schein u. a. Die beiden
Viertel h c am Schluss der vorletzten Zeile bei Walter erhalten wie
bei Hassler in Kalm. und Mönst. den doppelten Wert. Rappe, Ridd.
und G. bringen an dieser Stelle einen Quartsprung g-c, der sich sonst
1 Siehe Wolfrum, S. 84. 2 Kümmerle I, S. 62.
3 Ambros, Gesch. der Mus. III, S. 375 schreibt sie Paul Hofhaimer zu,
jedoch wohl zu Unreell (tvgl. Kümmerle ebenda). Auch H. J. Moser nimmt
die Melodie nicht in die gesammelten Werke Hofheimers auf (vgl. H. J. Moser:
»Paul Hofhaimer» 1929).
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