- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
241

(1900)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 3. Zusammenhänge und Unterschiede in der Entwicklung des schwedischen und deutschen Kirchenliedes im 16. u. 17. Jahrhundert

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

deutsche kirchenmelodien in schweden

253

einanderstellung von Dur und Moll. Norlind nimmt dieses Prinzip
schon für die Balladenmelodien des Mittelalters an1, für welche er
aus der, dem dorisch-authentischen Kirchenton verwandten,
penta-tonischen Skala d f g a c einen Melodietypus konstruiert, den er in
drei Abschnitte zerlegt: I. dcdfga, II. f g a c’, III. dcdfga. Mit
anderen Worten, ein Vor- und Nachsatz in Moll und ein Mittelteil
in Dur. Wenn auch diese melodische Bogenform bei dem aus
Deutschland übernommenen geistlichen Lied nicht in dieser Klarheit auftritt,
so finden wir doch mehrfach Ansätze zu solcher Modulation.
Vergleichen wir z. B. die schwedische Notierung der Melodie: »Vater
unser wir bitten dich» (No. 62), so erkennen wir die Durempfindung
in dem eingeführten Quartenauftakt c-f der 5. Zeile bei Kalm. I
und der letzten bei Kalm. I und Mönst.2 Beide Male wird vom
Dorischen nach dem Lydischen moduliert; das erste Mal nach der Terz,
das zweite Mal nach der Quinte (Dominante) der parallelen Tonart.
Ein ähnliches Beispiel gibt die Überlieferung der Weise »In dich hab
ich gehoffet Herr» (No. 33). Hier wechseln Mönst. und G. mehrfach
zwischen a-moll und C-Dur. Schon die 5. Note in der 1. Zeile (g statt
a) leitet zur parallelen Tonart über mit dem Quartsprung g-c. Die
nächste Zeile behält den Dur-Charakter bis zur Schlussnote, die
darum folgerichtig von d zu c erniedrigt wird. Die 3. Zeile setzt
wiederum mit einem Moll-Schritt (c-a) ein und wendet dann abermals
in der Kadenz ziemlich unvermittelt nach Dur (Tonika der
Dominante) zurück. Die vorletzte Zeile stellt schliesslich mit dem Schluss
auf der Moll-Unterdominante die Tonart des Anfangs wieder her.
— In No. 6 (»Lobt Gott jr frummen Christen») zeigt sich das
Bestreben die kontrastierende Durwendung einzuführen in einer
Verschiebung der Intervalle:

Deutsch (d-Moll) Schwed. (Modulation nach F-Dur.)

Parallel der Folge Moll-Dur-Moll findet sich auch die umgekehrte
Form Dur-Moll-Dur.3 Es sei hier als Beispiel nur No. 2 »Aus tiefer

1 Vgl. Sv. mus.hist. (1. Aufl.), S. 28 ff. Ausserdem Norlind, Mus. Lex.
»Folkvisa».

2 Darin weichen beide Handschr. auch von Thorn. ab.

3 Diese modernen Ausdrücke sind insofern unzutreffend, als sie dazu
16—32739. Kyrkohist. Årsskrift 1932.

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Sun Dec 10 14:09:31 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/kyrkohist/1932/0253.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free