- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 4. Die »Mora-Psalme»

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erich burger

unseres Jahrhunderts (1910/11) aufgezeichnet wurden1, geht aus der
Art der Umbildung hervor, dass wir es hier mit einem ziemlich rein
erhaltenen mittelalterlichen Melodietypus zu tun haben.2 Dies ist
umso eigentümlicher, als die deutschen Kirchenlieder frühestens
Mitte des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich aber erst mit dem
Choralbuch von 1697 in Mittel- und Nordschweden bekannt wurden.

Um eine entwicklungsgeschichtliche Erklärung zu geben, sei
hier kurz berichtet, was von den Herausgebern Nils Andersson3
und Janne Romson4 über die Herkunft der Lieder und die Art ihres
Vortrags gesagt wird.

Die meisten Psalme wurden nach dem Gesang einer 76 Jahre
alten Bäuerin vom Risaberg, Per Karin Andersdotter, »Finn-Karin»
genannt, aufgezeichnet. Einige weitere stammen von dem
ehemaligen Glöckner und Volksschullehrer Anders Suther (geb. 1821,
gest. 1907) und Anna Rombo (geb. 1837, gest. 1914).5 Wie die
Finn-Karin erzählt, sang man noch in ihrer Jugend die alten Lieder in der
Kirche von Mora. Als jedoch die Orgel eingeführt wurde, traten die
neuen normalisierten Psalme an ihre Stelle. Die früheren aber
durften nicht länger im Gottesdienst gesungen werden. Da das Volk
sehr an den ursprünglichen und als eigen empfundenen Melodien
hing, versammelte man sich hinfort in den Häusern und sang noch
lange Zeit hindurch in inniger Andacht die Lieder aus dem »gambel
botjen».6 Die Finn-Karin erwies sich dabei anscheinend als besonders
tüchtige Sängerin. Sie berichtete, wie sie früher dem Glöckner beim
Leiten des Gemeindegesanges geholfen, ja vielfach selbst durch ihre
starke Stimme das Volk geführt hatte, wenn der ungeschickte Glöck-

1 Die Lieder sind veröffentlicht in der grossen Sammlung von Nils
Andersson »Svenska Låtar» I. Heft: Dalarne. Nur der 1. Psalm von No. 71
erfuhr schon 1890 eine Notierung u. steht bei Byström Bd. II, S. 59.

2 Vgl. in der Notenbeilage No. 47, 52, 53, 60, 69, 71, 75, 78.

3 Vgl. dessen kurze Einleitung zu den Morapsalmen.

1 J. Romson ist Rektor der Volkshochschule in Mora, und hat seinerzeit
Nils Andersson bei der Aufzeichnung der Lieder unterstützt und selbst eine
Anzahl v. Volksweisen gesammelt. Für die Mitteilungen, die er dem Verf.
persönlich machte, sei ihm an dieser Stelle herzlichst gedankt.

5 Die Mutter Rektor Romsons.

8 = »Altes Buch», bedeutet nach Nils Andersson das Choralbuch von

1697.

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