Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 4. Die »Mora-Psalme»
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erich burger
melodische Struktur zu ersetzen suchte. Besonders da, wo, wie in
Mittelschweden, so gut wie keine Mehrstimmigkeit gepflegt1 wurde,
konzentrierten sich notwendig alle Möglichkeiten des Ausdrucks auf
Melodie und Rhythmus. Hierdurch entstand einerseits eine
überreiche Melismatik, andererseits eine freie und abwechslungsreiche
von jedem taktlichen Schema gleich weit entfernte Rhythmik.
Um dies weiter auszuführen, sei eine kurze Analyse des
Melodietypus gegeben, wie er uns in den Aufzeichnungen Nils Anderssons
vorliegt. Als wichtigstes Merkmal, das auch den gregorianischen
Choral bezeichnet, sehen wir die deutliche Neigung zu gleitender
Bewegung, meist in Sekunden oder Terzen. Besonders häufig tritt
das Intervall der kleinen Terz auf, welches von einigen Forschern
wohl mit Recht als ein Charakteristikum der Sequenz angesehen
wird2, z. B. in Wendungen wie
No. 47. No. 69.
Auch einfache Sekundfortschreitungen, wie
(No. 78)
sind sehr häufig. Seltener verwendet man Quartschritte:
(No. 52)
Im allgemeinen werden bei diesen Verschleifungen eine Fülle von
Verzierungen angebracht. Am beliebtesten sind vor- und
nachschlagende kurze Melismen, z. B.
No. 47. No. 52.
1 Eine Orgel konnten sich, wie in den ärmeren Teilen Deutschlands, nur
sehr wenige Landorte leisten, ebenso den teuren Chor. Man war darum in den
meisten Kirchspielen in Mittel- und Nordschweden noch bis in das 19. Jahrh.
gezwungen unisono und ohne Begleitung zu singen.
2 Vgl. Ambros II, S. 108 u. Griesbacher, S. 30.
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