- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - IV. Ergebnisse der Vergleiche - 4. Die »Mora-Psalme»

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erich burger

wobei häufig sog. Tast-Töne1 eine Rolle spielen, wie sie uns auch
sonst für grössere Intervalle begegnen, z. B. in

Die Mehrzahl dieser Verzierungsformen finden sich ähnlich in
den schwedischen Polsken wieder2, woraus jedoch noch nicht
hervorgeht, dass das geistliche Lied die Ornamentik dieser Tänze
übernommen hätte. Im Gegenteil ist mit grösserer Sicherheit das
Umgekehrte anzunehmen, da im Unterschied zum weltlichen Volkslied
die Psalmen keine Spur instrumentaler oder gar tanzmässiger
Rhythmik aufweisen. Ausserdem zeigt sich die ursprüngliche und frühe
Form der »Polska» dem Melodietypus der Morapsalmen noch in
keiner Weise verwandt.

Wenn somit hinsichtlich der Verzierungstechnik ein
unmittelbarer Zusammenhang mit dem spätmittelalterlichen gregorianischen
Gesang nicht bewiesen, sondern nur vermutet werden darf3, so ist
doch ausser der oben betonten Neigung zu gleitender melodischer
Bewegung, der frei schwebende Rhythmus der Psalme4 ein auffäl-

1 Ein Hilfsmittel musikalisch Ungeübter zur sichereren Ausführung der
Tongänge.

2 Vgl. Nils Anderssons oben zitierte Sammlung. — Die Entstehung
solcher Verzierungen lässt sich in den Polsken ebenfalls aus der unbegleiteten
Einstimmigkeit erklären.

3 Es sei darauf hingewiesen, dass auch Lach (S. 291) in der Sequenz
den Vermittler der altorientalischen Melismatik sieht, was unsere Annahme
einer Beeinflussung von dieser Seite bekräftigen könnte. Dagegen allerdings
Moberg im Kongressbericht der I. G. M. 1931, S. 187. — Da die neuesten
Forschungen klarlegen, dass der Gemeindegesang vom Glöckner vielfach unter
Verwendung einer Violine geleitet wurde, sieht Moberg sicherlich mit gewissem
Recht die Möglichkeit weltlich-instrumentaler Verzierungseinflüsse. Wir
möchten jedoch an unserer Annahme eines hier vorliegenden altkirchlichen
Gesangstils festhalten, wenn auch gewisse Melismen/o>-»nfM in den Morapsalmen
einen instrumentalen Ursprung nicht ausschliessen.

4 Die Herausgeber berichten von einer improvisisiert wirkenden, leicht
beweglichen und wechselnden Rhythmik, mit welcher die Psalmen vorgetragen
wurden und vermuten wohl mit Recht den Einfluss des neuzeitlichen Chorals,
wo taktgerechter und breiter gesungen wurde. Vgl. auch als Ausdruck einer
agogischen Melodik die oft unmittelbar aufeinander folgenden Fermaten,

No. 47

statt deutsch:

z. B. in No. 60:

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