- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioåttonde årgången, 1938 /
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Granskningar och anmälningar - Helge Ljungberg, Den nordiska religionen och kristendomen (Professor Helmut de Boor)

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GRANSKNINGAR OCH ANMÄLNINGAR 300 .

nischer Frömmigkeitsgeschichte, und darin liegt der grundsätzliche
Wert seiner Arbeit. Germanische Frömmigkeitsgeschichte ist eine
junge, noch kaum in Angriff genommene und in ihren Methoden
unerprobte Aufgabe. Vilh. Grønbechs grossartiger Versuch ist in
seiner energischen Eigenwilligkeit weder wiederholbar noch
nachahmbar, das hat sich gezeigt, als sich die Frage nach der Artung
germanischer Frömmigkeit in Deutschland dringlich stellte.
Bernhard Kummers rasch verflachende Arbeit auf diesem Gebiet ist der
Gefahr nicht entgangen, die Quellen dadurch zum Reden zu
bringen, dass er ihnen seine eigene, im Grunde rein aufklärerische Seele
einblies. Ljungbergs durch das ganze Buch fortgehende Kritik an
Kummer und seinen Gesinnungsgenossen ist ein Musterbeispiel
würdiger Auseinandersetzung mit einer geistigen Haltung, die zwar die
Notwendigkeit neuer Problemstellung einsieht, für ihre Lösung und
Darstellung aber vielfach Wege weit abseits wissenschaftlich zu
verantwortender Bahnen einschlägt, und deren geistige Grundlagen
dem nicht-deutschen Forscher äusserst schwer zugänglich sein dürften.

Jedenfalls ist Ljungberg der erste, der unter allseitiger
Ausnutzung des gegebenen Quellenmaterials die Bekehrung des Nordens
als ein Problem der Frömmigkeitsgeschichte umfassend behandelt.
Diese grundlegende Bedeutung des Buches verlangt und rechtfertigt
eine sehr gründliche Auseinandersetzung, deren einziges Ziel es ist,
den Wert des Buches zu unterstreichen.

Ljungberg ist der Natur der Dinge nach wesentlich auf schon
bekanntes, sprödes und lückenhaftes Material angewiesen. Seine
schwere Aufgabe bestand einerseits in der Abschätzung der Quellen
auf den Wert ihrer Aussagen, andrerseits im Aufspüren von
Methoden, wie sich diesen Quellen, die ja allermeist nicht als Zeugnisse
germanischer Frömmigkeit niedergelegt sind, Antworten ablocken
lassen. Beide Aufgaben greifen tief ineinander ein.

Der Verfasser ist bestrebt, die heimischen Quellen vor den
südländisch-lateinischen zu Worte kommen zu lassen, natürlich mit
verständigen Ausnahmen (Rimberts Ansgar-Vita und Adam von
Bremen). Bei den heimischen Quellen schneidet er mit vollem Recht
die Übertreibungen zurück, die in der Schätzung der isl. l^amiliensaga
als religiöser Dokumente nachgerade Mode geworden sind. Er
erinnert daran, dass in der Skaldendichtung nach der ISekehrung
eine bewusste Vermeidung von heidnisch-religiös erfüllten Kenningen
eintrat, und zieht daraus ganz mit Recht den Schluss, dass auch
in der Sagaerzählung Dinge, die den Kult und die Verehrung der
Heidengötter betrafen, bewusst ausgeschaltet worden sind. Hier
kann man nur zustimmend ergänzen, dass nach den
literarhistorischen Vorstellungen der Freiprosalehre — der sich Lj. anschliesst
— eben im Beginn des 11. Jahrhunderts der Schritt von der
privaten »Hauschronik» zur öffentlichen Unterhaltung (sagaskemtan)
getan wurde, Heidnisches also um so weniger geduldet werden

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