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— 9 —
Da wandte sie ihre Muße auf die französische Sprache,-
in welcher sie nur geringe Kenntnisse besaß. Sie wünschte
sich einen Lehrer, und ihre Familie ersah dazu einen
jungen Geistlichen, Namens Fabricius, welcher bei der
französischen Gemeinde in Stockholm fungirte, und von dem
man allgemein mit vielem Ruhme sprach. Fabricius war
von der Natur reich ausgestattet, äußerlich wie innerlich,
und die Dichterin glaubte bei seinem Anblick und in
ihm das Ideal verwirklicht zu finden, welches lange in
der Tiefe ihrer Seele geschlummert hatte. Der nach
Tideman’s Tode anfangs gefaßte Entschluß, fortan
unvermählt bleiben zu wollen, wurde nach Fabricius
Bekanntschaft wieder aufgegeben, und die Liebe ward ihres
Herzens Gebieterin. Auch Fabricius faßte eine heftige
Neigung und die Verlobung erfolgte. Die Familie
und insbesondere der Vormund der Braut, ein älterer
Bruder von ihr, betrachtete dies Bündniß indeß aus
einem andern, minder günstigem Gesichtspunkte, —
Fabricius hatte nämlich weder Vermögen, noch eine
amtlich gesicherte Stellung, — und setzte daher nicht
ohne Grund der beabsichtigten Verbindung Einwendungen
und Schwierigkeiten entgegen. Auf diese Weise verflossen
noch pier Jahre der Ungewißheit, Bangniß und
unaussprechlichen Sehnsucht, bis endlich, nach der inzwischen
übrigens geschehenen Uebersiedelung des unbeweglichen
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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