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— Ji4 —
ganze Gedankenkraft an, studirte tiefe philosophische und
theologische Werke, correspondirte mit ausländischen
Gelehrten und berieth sich mit denen des Inlandes.
Endlich gelang es ihr, ihrer Seelentrübniß Herr zu
werden, und sie griff wieder zur Leyer, welche ihr
Trost und Unterhaltung gewährte.
Hedwig von Nordenflycht — wir nennen sie so, denn
sie selbst behielt als Schriftstellerin stets ihren
Familiennamen bei*) — sammelte nun ihre älteren poetischen
Versuche, verfaßte neue, und gab ein Werk nach dem
andern heraus. Mit einem jeden wuchs ihr Ruhm und
blieb auch nicht in den Grenzen ihres Vaterlandes.
Man sprach bald von der nordischen Sappho zu London
und zu Paris. Haller in der Schweiz, Geßner in
Deutschland und Hollberg in Dänemark feierten ihren
Geist. Der Letztere übersetzte auch mehrere von ihren
Werken. Gelehrte und Schöngeister des In- und
Auslandes suchten ihre Bekanntschaft und standen mit ihr
in Briefwechsel. Um die »Schäferin im Norden « —
so nannte sie sich selbst und so wurde sie von Andern
genannt, — schloß sich nun ein Kreis der ausgezeichnetsten
Talente des Vaterlandes und bildete eine Gesellschaft zur
*) Eine Sitte, welche übrigens in Schweden unter dem
Adel auch sonst nicht selten ist.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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