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wie bei ihr, das Feuer des Verstandes und der Friede
der Unschuld strahlte.
»Ich bin nicht im Stande, ein getreues Bild von
ihrem Herzen zu geben. Groß, edel, rein und gut,
schien es für nichts Anderes, als die Ergießungen der
Freundschaft, der Freude, des Trostes und des
Mitleidens zu athmen. Die Liebesgluth, welche ihr
eigentliches Leben war, ihr ihre Freuden und Leiden schuf,
war ebenso zart als heftig. Es war unmöglich mit
so feinen und leicht zu entzündenden Gefühlen eine
ungestörte Gemüthsruhe zu bewahren. Allein ihr
ungleiches Wesen und ihre Launen (denn auch deren hatte
sie) machten sie Andern keineswegs beschwerlich: sie
schadeten nur ihr selbst. Sie liebte die Tugend, als
den einzigen Weg zu wahrer Glückseligkeit; sie liebte sie,
weil, wie sie sagte, ein tugendhaftes Weib am ehesten
das Bild der Engel erreiche.
»Mit einem hellen und gesunden Verstande verband
sie eine Wißbegierde, welche allein durch Wahrheiten
sich befriedigen ließ. Sie war nicht minder zum Scherz
als zum Ernst aufgelegt. Ohne alle Maske der
Verstellung äußerte sie ihre Gedanken. Ihr Ausdruck war
aber dann so ganz besonders, ihre Rede so ungekünstelt,
ihre Mittheilungen mit so viel Reiz dargestellt, daß ihr
Umgang allezeit äußerst unterrichtend war.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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