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— 34 —
Du höchstes Wesen, das ich denken kann,
Vollkommenheit und Licht, das ew’ger Gott wir nennen!
Wie die Gedanken mir im Busen brennen,
Schau ich der Schöpfung Wunder an!
Wirst Du, o Gott, der jene Bahnen lenket,
Und größ’re noch, wohin mein Geist nicht dringt,
Dein Auge wohl herab auf unsre Pfade senken
Und niederschauen, wo der Mensch Dir singt?
Ach ja, ich bin gewiß, daß Du mich siehst,
Mit Mitleid auch auf meinen Jammer achtest.
Das ist mein Trost, wenn Du mich gleich umnachtest
Mit Dunkelheit auf meiner Erdenfrist.
Das ist des Herzens zuversicht'ges Hoffen,
Wenn ich in Qual und Kummer schier verschmacht.
Bei Dir ist mir die sich’re Freistatt offen,
Hast mein, wenn ich Dir betete, gedacht.
Ja ich erkenne Dich, Du großer Gott,
Auch hinter Wolken und durch dunkle Schleier.
Bist einst auch mir ein gnädiger Befreier,
Hebst mich in neuem Schmuck aus meinem Tod.
Dann werd’ ich schaun in Licht und reinen Strahlen
Dich selb:st und das was Deine Weisheit schafft:
Der Sterne Heer, die jetzt in Räthseln malen,
Begreif ich dann durch eigne Kraft.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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