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48 —
Ach! der Erinn’rung Blume netzt
Oft meiner Augen Quelle,
Daß nicht die dürre Zeit zuletzt
Sie bleiche und entseele.
Steigt dann ihr süßer Athem auf
In meines Herzens Kammer,
Fühlt sich’s gestärkt in seinem Lauf,
Vergißt den irdschen Jammer.
Und wenn mein Fuß ermüden will,
Die Kräfte matter werden,
Schau’ ich auf Deinen Wandel still;
Und seh’ ich, wie auf Erden,
Du gleich dem Felsen unverrückt,
Inmitten stürm’scher Welle
So ruhig in die Fluth geblickt:
Fühlt neuen Muth die Seele.
Und so kann mir die Einsamkeit
Genuß und Lind’rung leihen.
Es sucht mein Geist, was ihn erfreut,
Wie sonst bei Dir von Neuem.
Und wenn ich klagen kann die Noth
An Deines Grabes Hügel,
Seh ich getröstet auch im Tod
Nur der Verklärung Siegel.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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