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— 72—
Ach bei ihm war all’ mein Weben,
Und sein Leben
Füllte ganz mein Denken an;
Selger konnt’ mein Herz nicht schlagen
In den Tagen,
Sel’ger nicht dem theuern Mann.
Was nur reine Liebe schenken,
Was erdenken
Freundschaft kann und Treue hier;
Seelen-Eintracht trauter Gatten:
Das im Schatten
Süßer Ruh genossen wir.
Nichts was Eitelkeit begehret,
Nichts was ehret
Jetzt die Welt als höchsten Werth.
Für uns war des Glanzes Flimmer
Falscher Schimmer,
Den das Herz wie gern! entbehrt.
Nicht ein ängstliches Verlangen,
Sehnend Bangen,
Oft die Qual der Einsamkeit,
Trübte unser stilles Leben:
Glatt und eben
Floß sie hin die sel’ge Zeit.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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