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— 121 —
45.
Ein Dichtertraum.*)
Ju Finsterniß gebannt, wo keine Freude lacht
Meß ich mit Thränen ach! des Tages träge Stunden,
Mit meiner Seufzer Zahl die ewig säum’ge Nacht,
Bis sich zu neuem Harm der Morgen ihr entwunden.
So schleicht das Leben hin in namenlosem Schmerz,
Das Auge ohne Schlaf, und ohne Ruh das Herz.
Und als mich so umfing des Kummers düstre Nacht,
Da schien mir, aufwärts ward auf Flügeln ich enthoben
In einen sel’gen Raum, geschmückt mit aller Pracht,
In der ein Schloß erglänzt von Feenhand gewoben.
An Schönheit, Glanz und Zier ist ringsum Ueberfluß,
Und Labsal reichster Art ruft ladend zum Genuß.
*) Reminiscenz an der Dichterin eigenen Dichterkreis,
der sie über den Schmerz ihres Lebens erhob.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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