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— 127 —
Durch dichter Büsche Laub, in die mein Fuß mich trug,
Verlier ich oftmals mich, wo keine Strahlen dringen.
Da faßt mich heil’ger Schau’r, mein Geist hebt sich
auf Schwingen,
Und über Wolken hin nimmt er den kühnen Flug.
Wie einsam ich auch bin, bin ich doch nicht allein.
Wenn mich der Schlummer flieht, hör’ ich lebend’ge
Seelen
Das freie Volk der Luft sein Glück sich laut erzählen,
Und das Gefühl der Lust den säßen Tönen leihn.
Die stille Seele taucht ins reinste Freudenmeer.
Die friedliche Natur gießt auch ins Herz den Frieden,
Hält glücklich mich vom Sturm der Leidenschaft geschieden,
Mich ängstet keine Furcht, reizt keine Hoffnung mehr.
Ja, was mein Herz gequält, ich ließ es dort zurück.
Dort herrscht der Menschen List vom Schloß bis hin
zur Hütte,
Folgt schon nicht heimlich mehr der Unschuld sanftem Tritte,
Fährt im Triumph einher por aller Menschen Blick.
Ließ ach! dort auch zurück den undankbaren Freund.
Er forderte mein Herz, ich gab es hin mit Freude.
Sein Schmeicheln war so süß: mir ahnte nichts vom Leide
Als seine Thränen er bei meinem Lob geweint.
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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