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— 158—
Man sage nicht, ich liebe schlecht:
Gerechtigkeit, die muß entscheiden:
Jedweder wird das gleiche Recht.
Mein Herz biet ich Selinden an,
Obgleich darin schon Chlos herrschet;
Auch bin ich Daphnen unterthan.
Elisen bin auf ewig ich
Bereits verkauft; da sich mit Flora
Noch Chloris streitet über mich.
Kann tadeln mich darum die Welt?
Und darf ein Herz man darum hassen,
Weil es für Viele Platz enthält?
Ihr Schönen, die mich schon erlabt,
Sagt selber, ob für Euch nicht reichlich
Ich Seufzer, Thränen, Schwür’ gehabt?
Auch Ihr setzt Euer Glück ja nur
Auf mich: doch müßt Ihr davon schweigen,
Daß Jeder ich die gleiche Treue schwur!
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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