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Das Blut, 239
Das so gewonnene Plasma ist nach dem Filtrieren eine klare, bernstein-
gelbe, gegen Lackmus alkalische Flüssigkeit, welche bei etwa 0« C längere Zeit
flüssig gehalten werden kann, bei Zimmertemperatur aber bald gerinnt.
Die Gerinnung des Blutes kann auch in anderer Weise verhindert werden.
Nach Injektion von Pepton- oder richtiger Albumoselösung in die Blutmasse (an
lebenden Hunden) gerinnt das Blut nach dem Aderlässe nicht (Fano, Schmidt-
Mülheim i).
Das aus solchem Blute durch Zentrifugieren gewonnene Plasma
wii’d Peptonplasma genannt. Wie die Fibrinalbumosen wirken nach Akthus
und Huber 2) beim Hunde auch die Kaseosen und Gelatosen. In analoger
Weise wirkt auch das Aalserum und einige lymphtreibende Organenextrakte (vgl.
Kap. 7). Auch durch Injektion in den Blutstrom von einer Infusion auf die
MundteUe des offizinellen Blutegels oder von einer Lösung der wirksamen Sub-
stanz einer solchen Infusion, des Hirudins (Franz), wird die Gerinnung des
Blutes warmblütiger Tiere verhindert (Haycraft) ^). Lässt man das Blut direkt
aus der Ader in Neutralsalzlösung, z. B. in eine gesättigte Magnesiumsulfat-
lösung (1 Vol. Salzlösung und 3 Vol. Blut), unter Umrühren einfliessen, so er-
hält man ein Blut-Salzgemenge, welches tagelang ungeronnen bleibt. Die Blut-
körperchen, welche infolge ihrer Elastizität sonst leicht durch die Poren eines
Papierfiltrums hindurchschlüpfen, werden durch das Salz mehr fest und steif, so
dass sie leicht abfiltriert werden können. Das so gewonnene, nicht spontan ge-
rinnende Plasma wird „Salzplasma“ genannt.
Eine besonders gute Methode zur Verhinderung der Gerinnung des Blutes
besteht darin, dass man nach dem Verfahren von Arthüs und Pages^) das
Blut in so viel einer verdünnten Kaliumoxalatlösimg auffängt, dass das Ge-
menge 0,1 p. c. Oxalat enthält. Die löslichen Kalksalze des Blutes werden von
dem Oxalate gefällt und hierdurch verliert das Blut seine Gerinnungsfähigkeit.
Andererseits können aber auch die Chloride von Kalzium, Baryum und Strontium, Gerinnung,
wie Horne ^) fand, wenn sie in grösserer Menge, bis zu 2 —3 p. c., vorhanden
sind, die Gerinnung mehrere Tagen verhindern. Zur Gewinnung eines nicht ge-
rinnenden Blutplasmas eignet sich nach Arthus ®) ganz besonders das Auffangen
des Blutes in Fluornatriumlösung, bis zu einem Gehalte von 0,3 p. c. NaFl.
Bei der Gerinnung scheidet sich in dem vorher flüssigen Blute ein un-
löslicher oder sehr schwer löslicher Eiweissstoff, das Fibrin, aus. Wenn diese Fibrin.
Ausscheidung in der Ruhe geschieht, gerinnt das Blut zu einer festen Masse,
welche, wenn sie am oberen Rande von der Wandung des Gefässes vorsichtig
getrennt wird, allmählich unter Auspressung von einer klaren, gewöhnlich gelb-
’) Fano, Arch. f. (Anat. u.) Physiol. 1881 ;
Schmidt-Mühlheim ebenda 1880.
Areh. de Physiol. (5) 8.
Haycbaft, Proc. physiol. Soc. 1884, S. 13 und Arch. f. exp. Path. u. Pharm. 18;
Frakz, Arch. f, exp. Path. u. Phann. 49.
*) Arch. d. Physiol. (5) 2 und Compt. Eend. 112.
®) Journ. of Physiol. 19.
®) Journ. de Physiol. et Path. 3 u. 4.
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