- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
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(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Die Leber - Die Galle und die Gallenbildung

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Achtes Kapitel.
der Menge des Eisens in dem zersetzten Blutfarbstoffe zu entsprechen. Dagegen
scheint es, auf Grund der Beobachtungen mehrerer Forscher i),
als würde das
Eisen wenigstens in erster Linie von der Leber als eisenreiche Pigmente oder
Proteinstoffe zurückgehalten werden.
In welcher Beziehung steht die Bildung der Gallensäuren zu derjenigen
des Gallenfarbstoffes? Entstehen diese beiden Bestandteile der Galle gleich-
zeitig aus demselben Materiale und kann man also einen bestimmten Zusammen-
hang zwischen Bilirubin- und Gallensäurebildung in der Leber nachweisen? Die
Untersuchungen von Stadelmann lehren, dass dies nicht der Fall ist. Bei ge-
dfroaikn- Gallenfarbstoffbildung nimmt nämlich die Gallensäurebildung ab, und
d^er GaUen-
Zufuhr voii Hämoglobin zur Leber bewirkt zwar eine stark vermehrte Bili-
i’^^binbildung, setzt aber gleichzeitig die Gallen säureproduktion stark herab. Die
GallenfärbStoff- und die Gallensäurebildung haben also nach Stadelmann ge-
sonderten Zelltätigkeiten ihren Ursprung zu verdanken.
Eine Resorption von Galle aus der Leber und ein Übergang von Gallen-
bestandteilen in Blut und Harn kommt bei gehindertem Abfluss der Galle und
überhaupt in den verschiedenen Formen von hepatogenem Ikterus vor.
Gallenfarbstoffe können jedoch auch unter anderen Umständen in den Harn über-
gehen und besonders in den Fällen, in welchen bei Tieren durch Injektion von
Wasser oder einer Lösung von gallensauren Salzen, durch Vergiftung mit Äther,
Chloroform, Arsenwasserstoff, Phosphor oder Toluylendiamin u. a., wie auch bei
Menschen in schweren Infektionskrankheiten, eine Auflösung oder Zerstörung
von roten Blutkörperchen stattfindet. Man hat auch vielfach eine Umwandlung
von Blutfarbstoff in Gallen farbstoff anderswo als in der Leber, namentlich in
dem Blute, annehmen zu können geglaubt. Eine solche Annahme ist indessen
durch die wichtigen Untersuchungen von Minkowski und Naunyn, Afanassiew,
Silbermann und besonders von Stadelmann überhaupt sehr unwahrscheinlich
geworden, und für einige der obengenannten Fälle, wie nach Vergiftung mit
Phosphor, Toluylendiamin und ArsenWasserstoff, ist sie durch Experimente direkt
widerlegt.
Der Ikterus ist auch in diesen Fällen hepatogen; er rührt also von einer
Resorption von Gallenfarbstoff aus der Leber her, und diese Resorption scheint
in den verschiedenen Fällen in etwas verschiedener Weise zustande kommen
Hepato- 2u können. So kann die Galle eine zähe Beschaffenheit annehmen, die dem
gener
Ikterus,
niedrigen Sekretionsdrucke entgegenwirkt und also eine Stauung herbeiführt. In
anderen Fällen können vielleicht die feinsten Gallenwege durch krankhafte
Schwellung der Leberzellen komprimiert werden, oder es kann ein Katarrh der
Gallenwege auftreten, der zu einer Stauung der Galle führt (Stadelmann).
b Vergl. Naunyn u. Minkowski, Arch. f. exp. Patb. n. Pharm. 21; Latschkn-
BERGER 1. c. ;
Neumann, Virchows Arch. 111 und die Literatur in der Fussnote 2, S. 357.
2) Die hierher gehörige Literatur findet man bei Stadbi.mann, Der Ikterus.

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