Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 10. Gewebe der Bindesubstanzgruppe - IV. Das Fettgewebe
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
534 Zehntes Kapitel,
dass es bei der Fettbildung nicht um eine Abspaltung von Fett aus Eiweiss
sondern vielmehr um eine Synthese aus primär entstandenen, kohlen stoffärmeren
Spaltungsprodukten des Eiweisses sich handelt.
Eine Fettbildung aus Kohlehydraten im Tierkörper wurde zuerst
von Liebig angenommen. Diese Ansicht wurde aber eine Zeitlang bekämpft
und man war damals allgemein der Meinung, dass eine direkte Fettbildung aus
Kohlehydraten nicht nur unbewiesen sondern auch unwahrscheinlich sei. Den
von Liebig beobachteten und bewiesenen, unzweifelhaft grossen Einfluss der
Kohlehydrate auf die Fettbildung suchte man durch die Annahme zu erklären,
dass die letzteren statt des resorbierten oder aus dem Eiweiss gebildeten Fettes
verbrannt wurden und also eine das Fett ersparende Wirkung haben würden.
Fettbildung
Menge von Fütterungsversuchen mit einseitig kohlehydratreicher
aus Kohle- Nahrung, von Lawes und Gilbert, Soxhlet, Tscherwinsky, Meissl und
^ Stromer, (an Schweinen) B. Schultze, Chaniewski, E. Voit und C. Lehmann
(an Gänsen), J, Munk, Rubner und Lummert^) (an Hunden), scheint es in-
dessen nunmehr ganz sicher bewiesen zu sein, dass eine direkte Fettbildung
aus Kohlehydraten wirklich vorkommt. Die Art und Weise, wie diese Fettbildung
zustande kommt, ist jedoch unbekannt. Da in den Kohlehydraten keine so
vielgliederigen Kohlenstoffketten wie in den Fettarten enthalten sind, muss
die Fettbildung aus den Kohlehydraten eine Synthese sein, bei welcher, da,
die Gruppe CHOH hierbei in CHg übergeführt wird, auch eine Reduktion statt-
finden muss.
Nach Verfütterung von sehr grossen Kohlehydratmengen hat man in
einzelnen Fällen die Relation zwischen eingeatmetem Sauerstoff und ausge-
Respiratori- atmeter
scher
Quotient.
Kohlensäure, d. h, den respiratorischen Quotienten
CO2
O
grosser als
1 gefunden (Hanriot und Richet, Bleibtreu, Kaufmann, Laulani^^). Man
erklärt dies durch die Annahme, dass hierbei unter Abspaltung von Kohlensäure
und Wasser, ohne Aufnahme von Sauerstoff, Fett aus den Kohlehydraten gebildet
wird. Dieses Ansteigen des respiratorischen Quotienten rührt übrigens zum Teil
auch von der gesteigerten Verbrennung der Kohlehydrate her.
Bei sehr fettreicher Nahrung werden reichliche Mengen Fett in das Fett-
gewebe abgelagert, um bei unzureichender Nahrung rasch verbraucht zu wer-
den, Es ist sehr wahrscheinlich, dass hierbei die Lipase von Bedeutung ist,
denn Loevenhart^) hat gefunden, dass überall im Körper, wo Fett in reich-
^) Lawes u. Gilbert, Philos. Transact. 1859, Part. 2; Soxhlet, vergl. Malys
Jahresb. 11; Tscherwinsky ebenda 13; Meissl u. Stromer, Wien. Sitz.-Ber. 88, Abt. 3;
Schultze, Malys Jabresb. 11; Chaniewski, Zeitschr. f. Biol. 20; Voit u. Lehmann, vergl.
C. Voit, Sitz.-Ber. d. k. bayer. Akad. d. Wiss. 1885; J. Munk, Virchows Areh. 101;
Rubner, Zeitschr. f. Biol. 22; Lummert, Pflügers Arcb. 71.
Hanriot u. Eichet, Annal. de cbim. et de Pbys. (6) 22; Bleibtreu, Pflügers
Arcb. 56 u. 85; Kaufmann, Arcb. de Pbysiol. (5) 8; Laulaniü ebenda, S. 791.
Amer. Journ. of Pbysiol. 6,
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>