- Project Runeberg -  Lehrbuch der physiologischen Chemie /
550

(1910) [MARC] Author: Olof Hammarsten - Tema: Chemistry
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 11. Die Muskeln - Extraktivstoffe des Muskels

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550 Elftes Kapitel.
Der Inosit, welcher fast ausnahmslos inaktiver Mesoinosit ist, kristallisiert
in grossen, farblosen, rhomboedrischen Kristallen des monoklinoedrischen Systems
oder in weniger reinem Zustande und wenn nur kleine Mengen kristallisieren
in blumenkohlartig gruppierten feinen Kristallen. Das Kristallwasser entweicht
bei 110° C, wie auch beim längeren Liegen der Kristalle an der Luft. Die
letzteren verwittern dabei, werden undurchsichtig und milchweiss. Die getrockneten
Kristalle schmelzen bei 225° C. Der Inosit löst sich in 7,5 Teilen Wasser
Schäften Zimmertemperatur; die Lösung schmeckt süsslich. In starkem Alkohol
Verhalten.
Äther ist der Inosit unlöslich. Er löst Kupferoxydhydrat in alkalischer
Flüssigkeit, reduziert es aber beim Sieden nicht. Der MooREschen Probe oder der
Böttger-Almen sehen Wismutprobe gegenüber verhält er sich negativ. Mit
Bierhefe vergärt er nicht, kann aber in Milchsäure- und Buttersäuregärung über-
gehen. Von überschüssiger Salpetersäure wird der Inosit zu ßhodizon säure
oxydiert und hierauf beruhen folgende Reaktionen.
Dampft man etwas Inosit mit Salpetersäure auf einem Platinblech zur
Trockne ein, versetzt den Rückstand mit Ammoniak und einem Tropfen Chlor-
kalziumlösung und dampft von neuem vorsichtig zur Trockene ein, so erhält man
einen schönen rosaroten Rückstand (Inositprobe von Scherer). Verdunstet man
reSn’en.
Inositlösung bis fast zur Trockne und befeuchtet den Rückstand mit ein
wenig Merkurinitratlösung, so erhält man beim Eintrocknen einen gelblichen
Rückstand, welcher bei stärkerem Erhitzen schön rot wird. Die Färbung ver-
schwindet beim Erkalten, kommt jedoch bei gelindem Erwärmen wieder zum
Vorschein (Gallois’ Inositj^robe). Neue Inositreaktionen sind von Deniges^)
ausgearbeitet worden.
Um den Inosit aus einer Flüssigkeit oder aus dem wässerigen Auszuge
eines Gewebes darzustellen, entfernt man erst das Eiweiss durch Koagulation in
der Siedehitze. Das Filtrat wird mit Bleizucker gefällt, das neue Filtrat mit
Bleiessig gekocht und dann 24—28 Stunden stehen gelassen. Der so erhaltene
Niederschlag, welcher sämtlichen Inosit enthält, wird in Wasser mit HgS zer-
Darsteiiung Jegt. Das Filtrat wird stark konzentriert, mit 2 —4 Vol. heissem Alkohol ver-
des Inosits. ^
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setzt und die J^lüssigkeit von den dabei gewöhnlich sich ausscheidendeu, zähen
oder flockigen Massen rasch getrennt. Scheiden sich nun innerhalb 24 Stunden
aus der Flüssigkeit keine Kristalle ab, so setzt man Äther bis zur milchigen
Trübung zu und lässt stehen. Bei Gegenwart von einer genügenden Menge von
Äther setzen sich innerhalb 24 Stunden Inositkristalle ab, die aus ein wenig
siedendem Wasser unter Zusatz von 2—4 Vol. Alkohol umkristallisiert werden.
Abänderungen und Verbesserungen der Methoden zum Nachweis und Bestimmung
des Inosits haben Meillere^) u. a. angegeben.
Scyllit ist nach JoH. Mülleb®) ein dem Inosit isomerer Stoff, den man schon längst
besonders in Nieren, Leber und Milz der Plagiostomen gefunden hat. Der Scyllit kristallisiert
Scyllit. in glänzenden Prismen, löst sich in Wasser 1:100 bei 18® C, ähnelt sehr dem Inosit in
seinen Reaktionen, hat aber einen bedeutend höheren Schmelzpunkt, gegen 360® 0.
*) Compt. rend. soc. biol. G2.
®) Compt. rend. soc. biol. GO, und Journ. d. Chim. et de Pharm. (6) 24; vergl. auch
Staekenstein, Zeitschr. f. exp. Path. u. Ther. 5.
®) Ber. d. d. chem. Gesellsch. 40.

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