Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 15. Der Harn - I. Physikalische Eigenschaften des Harnes
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Physikalische Eigenschaften des Harnes. 639
er nicht zu stark mit Luft geschüttelt wird, einen ziemlich bald verschwinden-
den Schaum. Der Harn des Menschen und der Fleischfresser, welcher regel-
mässig sauer reagiert, erscheint, unmittelbar nachdem er gelassen ist, klar
lind durchsichtig, oft schwach fluoresziererend. Wenn er einige Zeit gestanden
hat, enthält der Menschenharn ein leichtes Wölkchen (Nubecula), welches
aus sogenanntem ,, Schleim“ besteht und meistens auch einzelne Epithelzellen,
Schleimkörperchen und Uratkörnchen enthält. Bei Gegenwart von grösseren
Mengen Uraten (harnsauren Salzen) kann der Harn — wegen der grösseren
Schwerlöslichkeit der letzteren bei Zimmer- als bei Körpertemperatur — beim
Erkalten sich trüben und einen lehmgelben, gelbgrauen, rosafarbigen oder oft
ziegelroten Niederschlag (Sedimentum lateritium) absetzen. Diese Trübung
verschwindet wieder bei gelindem Erwärmen. Bei neugeborenen Kindern ist
^rübung^des
Harn in den ersten 4—5 Tagen regelmässig von Epithelien, Schleimkörperchen, Harnes.
Harnsäure oder harnsauren Salzen getrübt. Der Harn der Pflanzenfresser ist,
wenn er, was regelmässig vorkommt, eine neutrale oder alkalische Reaktion hat,
von Karbonaten der alkalischen Erden stark getrübt. Auch der Harn des
Menschen kann bisweilen unter physiologischen Verhältnissen alkalisch sein.
In diesem Falle ist er auch von Erdphosphaten trübe, und diese Trübung ver-
schwindet zum Unterschiede von dem Sedimentum lateritium beim Erwärmen
nicht. Der Harn hat einen durch Chlornatrium und Harnstoff bedingten salzigen
und schwach bitterlichen Geschmack. Der Geruch des Harnes ist eigentümlich
aromatisch; die Stoffe, welche denselben bedingen, sind aber unbekannt.
Die Farbe des Harnes ist normalerweise bei einem spez. Gewicht von 1,020
hellgelb. Sie hängt sonst von der Konzentration des Harnes ab und schwankt
von blass strohgelb, bei geringem Gehalte an festen Stoffen, zu dunkel rotgelb Pai-be und
oder rotbraun bei sehr starker Konzentration. Von der Regel, dass die Inten- tration.
sität der Farbe mit der Konzentration parallel läuft, kommen unter patho-
logischen Verhältnissen Ausnahmen vor, und eine solche Ausnahme bildet der
diabetische Harn, welcher bei grossem Gehalte an festen Stoffen und hohem
spez. Gewicht oft eine blassgelbe Farbe hat.
Die Reaktion des Harnes hängt wesentlich von der Beschaffenheit der
Nahrung ab. Die Fleischfresser sondern in der Regel einen sauren, die Pflanzen-
fresser einen neutralen oder alkalischen Harn ab. Setzt man einen Fleischfresser
auf Pflanzenkost, so kann sein Harn weniger sauer oder neutral werden, während ,
Reaktion
’
° ^
des Harnes.
umgekehrt der Pflanzenfresser beim Hungern, wenn er also auf Kosten seiner
eigenen Fleischmasse lebt, einen sauer reagierenden Harn absondern kann.
Der Harn des gesunden Menschen hat bei gemischter Kost eine saure
Reaktion, und die Summe der Säureäquivalente überwiegt also in ihm die
Summe der Basenäquivalente. Dies rührt daher, dass bei der physiologischen
Verbrennung innerhalb des Organismus aus neutralen Substanzen (Eiweiss u. a.)
Säuren, vor allem Schwefelsäure aber auch Phosphorsäure und organische Säuren
^ie Hippursäure; Harnsäure, Oxalsäure, aromatische Oxysäuren, Oxyprotein-
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