Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 15. Der Harn - IV. Menge und quantitative Zusammensetzung des Harnes
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728 Fünfzehntes Kajntel.
Scheidung von Wasser auf anderen Wegen — wie bei heftigen Diarrhöen hef-
tigem Erbrechen oder reichlicher Schweissabsonderung — vermindi^rn dagegen
M.„.. f.’«
.“Sonderung stark. Es kann also s. B. bei starker So.nmerhiUe die
unter
herabsiiiken, während man nach reich-
schfetilnon
l’cliem Wassertrinken eine Harnausscheidung von 3000 ccm beobachtet hat. Die
Umstanden.
Verlaufe von 24 Stunden entleerte Harnmenge muss also bedeutend schwanken
können, gewöhnlich wird sie jedoch beim gesunden erwachsenen Manne durch-
schnittlich zu 1500 ccm und beim Weibe zu 1200 ccm berechnet. Das Mini-
mum der Absonderung fällt in die Nacht, etwa zwischen 2—4 Uhr. Maxima
fallen in die ersten Stunden nach dem Erwachen und in die Zeiträume von
f —2 Stunden nach den Mahlzeiten.
Die Menge der im Verlaufe von 24 Stunden abgesonderten festen Stoffe
ist, selbst bei schwankender Harnmenge, ziemlich konstant und zwar um so mehr,
je gleichmässiger die Lebensweise ist. Dagegen verhält sich selbstverständlich
der Prozenlgehalt des Harnes an festen Stoffen im allgemeinen umgekehrt wie
mengender die Harnmenge. Die Menge der festen Stoffe pro 24 Stunden wird gewöhnlich
durchschnittlich zu 60 g berechnet. Die Menge derselben kann man mit an-
nähernder Genauigkeit aus dem spez. Gewichte in der Weise berechnen, dass
man die zweite und dritte Dezimalstelle der das spez. Gewicht bei 15° angebenden
Zahl mit dem HÄSERschen Koeffizienten 2,33 multipliziert. Das Produkt gibt
die Menge der festen Stoffe in 1000 ccm Harn an, und wenn die Menge des in
24 Stunden abgesonderten Harnes gemessen wird, lässt sich also die Menge der
in demselben Zeiträume abgesonderten festen Stoffe leicht berechnen. Werden
z. B. im Laufe von 24 Stunden 1050 ccm Harn von dem spez. Gewichte 1,021
abgesondert, so ist also die Menge der festen Stoffe: 21 X 2,33 = 48,9, p. m.
Berechnung 489V1050
stoffe^aus
—’
i non
~ 51,35 g. Der Harn enthielt also in diesem Falle 48,9 p. m.
dem spez.
1000
Gewichte,
feste Stoffe, und die Tagesmenge der letzteren w’ar 51,35 g. Long^) hat in
neueren Bestimmungen den Koeffizienten für das bei 25” genommene spez. Ge-
wicht gleich 2,6 gefunden, was also dem HÄSERschen Koeffizienten bei 15”
entspricht.
Diejenigen Stoffe, welche unter physiologischen Verhältnissen auf die Dichte
des Harnes besonders einwirken, sind das Kochsalz und der Harnstoff. Da
das spez. Gewicht des ersteren 2,15, das des letzteren dagegen nur 1,32 beträgt,
so ist es einleuchtend, dass, wenn das relative Mengenverhältnis dieser zwei
Stoffe wesentliche Abweichungen von dem Normalen zeigt, die obige, auf dem
qimiien’^bei
Grcwichte gegründete Berechnung weniger genau werden muss. Dasselbe
der obipn j^mss auch der Fall sein, wenn ein an normalen Bestandteilen ärmerer Harn
nung. reichlichere Mengen von fremden Stoffen, Eiweiss oder Zucker, enthält.
Wie oben erwähnt, nimmt im allgemeinen der Prozentgehalt des Harnes
an festen Stoffen mit einer grösseren abgesonderten Harnmenge ab, und bei
Biochera. Zentralbl. 1 ,
S. 515 u. 703.
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