Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - IV. Jeremia. Der Prophet des neuen Bunde - 9
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N chicksalsschwere Zeiten kommen nun über Juda und
über Jeremia. Der Zusammenbruch, den der Pro-
phet seit Jahrzehnten vorhergesagt, ist unvermeidlich ge-
worden. Die babylonische Gefahr wächst mit jedem
Jahre. Jerusalem ist dem Untergange geweiht. Der Pro-
phet ist ganz erfüllt von der schweren Not des "Tages.
Die ewigen Fragen, die seinen Sinn gefangen hielten,
werden von der brennenden Frage des Tages über-
schattet: das Verhältnis zu Babylonien. Für ihn ist dies
nicht bloß ein Problem des Reiches. Ihn beunruhigt vor
allem anderen die Gefahr, die dem Geiste Israels droht.
Die Rettung des Geistes scheint ihm unendlich wichtiger
als die des Reiches. Ihm schwebt ein Ziel vor: Israels
geistige Kraft vor dem Untergange zu bewahren. Er
glaubt fest daran, daß Israel mit Babel vereint die Mög-
lichkeit haben würde, seinen religiösen Beruf zu erfüllen.
Doch im Kampfe gegen Babel wird es unrettbar von
der Oberfläche der Erde verschwinden müssen. Darum
wagt er das Äußerste. Einer gegen alle, predigt er Unter-
werfung unter Babel. Immer von neuem setzt er sein Leben
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