Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - V. Hesekiel. Der Prophet als Seelsorger - 9
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9
m vierzehnten Jahre nach Jerusalems Fall (572) hat
Hesekiel bereits angefangen, die letzte Vision aufzu-
zeichnen, die ihm zuteil geworden (Kap. 40—48). Dies-
mal spricht er nicht mehr, er schreibt für kommende
Geschlechter. Er hat seiner Zeit nichts mehr zu sagen,
und für die Not des Tages weiß er kein Mittel. Das Heil
liegt im kommenden Tage, der ihm aus weiter Ferne ent-
gegenstrahlt: von diesem kommenden "Tage malt er ein
leuchtendes, bis in alle Einzelheiten durchgeführtes Zu-
kunftsbild, eine prophetische Utopie. Das neue Jerusalem
in einer glücklichen Zeit, die kommen soll, ist Hesekiels
prophetisches Testament.
Er fühlt nun deutlich, daß er an der Schwelle steht,
die vom Zeitlichen zum Ewigen führt. Er ist gealtert
und krank: ein Fünfzigjähriger, der einige Leben durch-
lebt und durchlitten. Ein Vierteljahrhundert in der Ver-
bannung, und all das Erschütternde, das er mitgemacht,
haben seine körperlichen Kräfte bis zum äußersten er-
schöpft. Doch die Kraft der Seele ist ungebrochen, und
sein Vertrauen auf Gott ist ihm unversehrt erhalten
geblieben. Seine letzte Vision wächst hervor aus schmerz-
licher Enttäuschung und unheilbarer Menschenverach-
tung. Alles, was er inseinem leidensreichen Dasein erlebt,
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