Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - VI. Deutero-Jesaja. Der leidende Gottesknecht - 4
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— I96 —
„Ich sehe mich um, doch es gibt keinen. Keinen Füh-
rer hat Jerusalem unter allen Söhnen, die es geboren;
keinen, der es bei der Hand faßt, unter all den Söhnen,
die es erzogen. Zwiefach war das Unglück, das es be-
troffen: Zerstörung und innerer Zusammenbruch.
Doch nun, spricht der Herr, nehme ich den Giftbecher
aus deiner Hand, und ich gebe ihn in die Hand deiner
Quäler, die zu deiner Seele sprachen: Bücke dich, daß
wir darüber hingehen! Und du machtest gleich der Erde
deinen Rücken und zur Gasse für dieDahinschreitenden !“
Da kam er, der Retter und Führer. Er nahm den Gift-
becher aus unserer Hand und gab uns den Becher des
Trostes. Er öffnete unsere Augen, auf daß wir Gottes
Arm sähen, in dem was geschieht. Die Geschehnisse, die
eingetroffen, rollte er vor uns auf gleich einer heiligen
Schrift, geschrieben mit Gottes Hand, damit wir daraus
Belehrung holen. Seitdem ich diese Rolle gelesen, fühle
ich mich wie ein Blinder, der plötzlich sehend geworden.
Ich habe wieder festen Boden unter mir, auf dem ich
stehen kann. Er lehrte mich unterscheiden zwischen
Schein und Wirklichkeit, zwischen dem Wechselnden
und dem Bestehenden. Er enthüllte vor mir das wahre
Angesicht des Erdendaseins: daß es Geist sei, nicht
Menschenmacht. Er lehrte mich, daß bloß der Geist
wirklich sei, des Menschen Macht sei Schein; daß allein
Gottes Wille im Menschen lebend sei, alles andere aber
sei Schatten und Rauch. Er hat mir den Glauben an
Israel wiedergeschenkt: daß es Kraft habe zu leben und
eine Aufgabe zu erfüllen.
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