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« Nyfunna dikter av Gunno Dahlstierna
115
Mit wichtigen Harpun kan er den Wall-fisch schlagen/
Daß er die heisse Pein weiß nirgends zu verjagen/
Eh’ er/ wie schwer es geht/ tieff auff der saltzen Bahn
Erreichet seine Braut/ und klagt ihr solches an.
Der flüchtige Delfin kan sich demüthig bücken
Vor seine Bett-Freundin/ und machen krummen Rücken:
Die Muscheln reichen hin aus Freundschafft-Überfluß1
Ein-ander auff dem Sand den stummen Liebes-Kuß.
Ja auch das Wasser selbst verbleibt in seinen Q wellen/
Pflegt sich zu ihren Sitz hinwiederum gesellen/
Allda es gantz versüßt vergnüget sich vergoß;
Und ging mit Fluht und Nahm’ in Meeres weichen Schoß!
Seht wie das treue Paar die keusche Turtel-Tauben
Ein Hertz und auch ein Nest inbrünstig sammen-schrauben:
Die Unschuld der Natur; der Liebe Redlichkeit/
Die halten einsgesinnt so angenehmen Streit.
Der Adler/ so wol eh’ den schnellen Blitz getragen;
In wessen Hertze Raub/ Mord/ fechten und sich schlagen
Stets wüten: da er trotzt; er hat den Sieg allein;
Muß er dennoch zum Raub der zarten Liebe seyn.
Der Löwe in dem W7ald spielt da zwar Herr und Meister/
Doch weiß die süße Brunst zu zaubern seine Geister/
Sein brüllendes Gethön/ das auch die Felsen schrecht
Läst hören/ daß der Strahl sein hartes Hertze brecht.
Es murmelt mehr der Beer vom giildnen Pfeil geschoßen/
Als war’ er auff der Jagd mit Lantz und Spieß durchstoßen.
Verliehrt der Tyger nicht sein Grausam-seyn und Larm/
Und nimmt mit rauhem Fuß sein buntes Weib im Arm?
Auch sind der Felder Schmuck/ die Bäume selbst verliebet/
Das stille Sammen-seyn bey Ihnen meist sich übet:
Der Weinstock wil den Ulm umb armen gantz und gar/
Und ihn beschatten schier mit seinem grünen Haar.
So wissen Palmen auch ein ander zu bewirthen:
So lebet Asp mit Aesp; So küßen sich die Myrten:
So findet Eich bey Eich der ihre Stämme zählt:
Der eine Ellern-Baum dem Andern sich vermählt.
Was mehr? Der harte Felß im steinigtem Gefilde/
Der fühlet/ auch den Schuß: und führet auch im Schilde/
Was Lieben auff sich hat: käns Eisen auch wol seyn
Von dem Magnet? Es küßt begierig diesen Stein.
Des Steines Auge stets den Himmel-Punct beschauet/
Es scheint; der Nord-Stern selbst hat seinen Geist gebauet;
Daß er die harte Brust ihm wendet immer zu:
Die Kälte ist sein Kost: der Nord-Wind seine Ruh.
Kan nun der Liebe Hand die gantze Welt erhalten?
Kan so ihr sanffter Wind die heisse Noht verkalten?
Kan wieder ihr Gewalt bestehen keine Macht?
Hat Ehre kein Bestand in Gleichung ihrer Pracht?
Regiert Sie so die Lufft/ im Meer/ und steilen Gründen?
Wo wolte man sich den Glückseeliger befinden/
Als wenn man Rosen pflückt weil noch der Lentz ist da?
Und daß man Freyen geht/ weil man kan haben JA?
O! Schönheit/ Edler Schatz! du bist wie die Laterne/
Die unsre Jahre ziehn als Schatten-Werck von ferne!
Sie gehen Beide fort: die Blumen unsrer Zeit
Verzehren auch zugleich der Bluhmen Lieblichkeit.
WTie Klug ist der/ der in der Liebsten weichen Schöße/
Weils noch vergönnet wird/ bricht manche keusche Roße;
Verblühet so die Zeit: vergnüget Die ihm liebt;
Und ist zu Frieden mit Dem/ was der Himmel giebt!
1 Or. Uberfluß.
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