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Erik Noreen
Der Seelen nach bey GOtt: und in der Frommen Mund
Verewiget zu seyn/ das macht die Tugend kund!
Dis könte Tithon nicht des Königs Sohn ergründen.
So lebe ewig wol/ Unsterbliche! dein Leben
Ist uns geschrieben fest in Felsen und in Stein:
Das Hertz/ das in uns pufft/ soll Obelisken seyn;
Die bey der Nach-Welt dir ein neues Leben geben.
Doch wer kan ohne Schmertz den letzten Abschied1 nehmen
Von der man alle Gunst und Gütigkeit gehabt?
Ich seh’ das gantze Land/ das du so off t gelabt
Mit deiner Lieblichkeit/ itzund sich hertzlich grähmen.
Die Oder traurend sagt: als meine Gr äff in lebte/
Ging ich gantz bundt gekleidt: Der Boy mich itzt bedeckt:
Tollense weinet laut; und war so sehr erschreckt/
Daß ihr bis auf das Marek das Hertz im Leibe bebte!
Der Hirten schöner Klang/ die Pfeif fen liegen nieder;
Es ist kein Muth mehr da: Mit ihrem Tantz ist aus:
Der Wald verbleichet gar/ und ist nicht mehr so kraus!
So viel vermögen dort die herben Klage-Lieder!
Ein Schäfer in dem Feld/ der sich genug gewrungen/
Schnitzt auf der Büchen einst/ so bald er schöpffté Muth/
Und was er schrieb das klung auf seiner weise guth;
Jetzt ist es durch die Rind’ und bis ins Holtz gedrungen:
So lang’ in Klempenow die Pracht der schönen Wiesen
Ist unsrer Augen Lust/ so lang als eine Bluhm
Gedeuet da/ soll blüh’n der Gräf fin Lob und Ruhm/
Tollense merck es auf: so lange du wirst fliessen!
Du aber tapffrer Held/ und Vater unsrer Landen/
Gehab dich lange wol dem Vaterland zum Schutz:
Leb’ über Tithon hin dem Neider selbst zum Trutz/
Ob gleich dich schmertzen sehr die itzt zerrißne Banden!
Hier schwieg der Schäfer still. Tollentze dar entgegen
Hub ihren Kopff empor mit Schilff gantz umgehüllt/
Und sprach mit heisser Stirn: Dein Wunsch der werd’ erfüllt!
Am Leben unsers Herrn ist uns zu viel gelegen!
Or. Abscheid.
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