- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Physische Geographie. Einl. von [G. Sundbärg] Gunnar Andersson - 4. Geologie. Von E. Erdmann

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dass grosse Mengen eruptiver Magmen empordrangen und teilweise über die
damalige Oberfläche hinausquollen, wo sie eben infolge ihrer grösseren Massen und
des dadurch verursachten langsameren Erstarrens nicht porphyrische, sondern
granitische Struktur annahmen, obwohl sie nicht Tiefengesteine im eigentlichen
Sinne waren. Als ein typisches Tiefengestein ist jedoch der an den
Karlshamnsgranit erinnernde Granit auf der Insel Jungfrun im Kalmarer Sund anzusehen,
der dem Aussehen nach ein Lakkolith ist.

Dem Ursystem gehören auch die dunklen, fast schwarzen Eruptivgesteine Hyperit,
Diorit
und Gabbro an. Sie werden unter der Bezeichnung »Grünsteine»
zusammengefasst und treten sowohl innerhalb der Gneis- wie der Granitgebiete in
nahezu allen Teilen des Landes auf, der Hyperit ursprünglich wahrscheinlich
Gänge, Decken oder zwischenlagernde Betten bildend, der Diorit und der
Gabbro meistens als Massive, stets klein im Verhältnis zu den Granitmassiven. Die
in poliertem Zustand dunkelsten und schönsten, womöglich vollkommen
schwarzen Varietäten sind sehr gesucht und finden vorzugsweise zu Grabdenkmälern
sowie zu anderen Monumenten Verwendung; sie gehen in der Steinindustrie
unter dem, eigentlich nicht richtigen, Namen »schwarzer Granit». Der Hyperit
(eigentlich ein dunkler, olivin- und hyperstenführender Diabas) tritt innerhalb
des Gneisterritoriums von Westschweden längs einer Zone auf, die sich mitten
durch Värmland und ferner durch Västergötland an dem südwestlichen Teil des
Vättersees vorbei durch das mittlere Småland bis zum nordöstlichen Schonen
hin erstreckt. Die Vorkommnisse bestehen mehrenteils aus verhältnismässig
schmalen, langgestreckten, bisweilen gangartigen Partien, die in der Regel
dieselben Lagen wie die Parallelstruktur des umgebenden Gneises haben, eine
Folge davon, dass sie an den Faltungsprozessen, denen das Grundgebirge
ausgesetzt gewesen, teilgenommen haben. — Der schwedische »schwarze Granit»
wurde in den 1880er Jahren in den Handel gebracht, und das Rohmaterial
bestand aus Diorit und Gabbro aus der Gegend von Västervik in Småland, die
sowohl in anstehender Masse (bei Gagersvik und Högön sowie anderen Stellen)
als in Blöcken entnommen wurden. Prima schwarzer Granit wird nunmehr aus
Vorkommnissen innerhalb der erwähnten Hyperitzone gebrochen. Die
wichtigsten Brüche liegen im nordöstlichen Schonen (Hajstad, Myren, Gedenryd u. a.
Stellen in der Gegend des Sees Immeln) und in Småland (Möckelsnäs,
Målaskog, Hjortsjö, Rydaholm u. a.). Auch in Värmland, in der Nähe der Station
Ölme nordwestlich von Kristinehamn, wird das fragliche Gestein gebrochen und
verarbeitet. — Als »schwarzer Granit» wird auch ein mittel- bis grobkörniger
Diabas (Olivindiabas) von Åsbyn in Dalarne und von Galtströms bruk in
Medelpad bezeichnet, desgleichen ein mehr feinkörniger aus Karlshamn und
anderen Gegenden in Blekinge, der zur Rohblockausfuhr gebrochen wird. Diese
Diabase gehören nicht dem Grundgebirge, sondern jüngeren Formationen an.

Ein Gestein, das in diesem Zusammenhang Erwähnung verdient, ist der
Topfstein (täljsten). Dieser ist nämlich eigentlich ein Verwitterungsprodukt einer
Grünsteinart, oder ein solches tief verwittertes und bis zur Unkenntlichkeit
umgewandeltes Gestein. Der Topfstein ist wegen seiner Weichheit und
Dauerhaftigkeit ein ausgezeichnetes Material für feinere Ornament- und Skulpturarbeiten
zu Gebäuden und äusserer Architektur; seine Feuerfestigkeit und hohe
spezifische Wärme machen ihn auch sehr geeignet zur Herstellung von Kaminen
sowie zur Innenbekleidung von Kachelöfen und Schmelzöfen. Bei Handöl im
westlichen Jämtland wird der Stein in ziemlich grossem Massstabe gebrochen
und bearbeitet. Früher wurde Topfstein bei Löddby in Uppland, Töksmark in
Värmland und mehrorts in Dalsland gebrochen.

Das als Gänge, Adern und stockförmige Drüsen innerhalb des Grundgebirges
ziemlich allgemein vorkommende Gestein Pegmatit ist in praktischer Hinsicht
wichtig, da der Quarz und der Feldspat, die die hauptsächlichen Bestandteile

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