- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das schwedische Volk - 2. Demographische Verhältnisse. Von [G. Sundbärg] E. Arosenius

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der vorzeitigen Ehen in physischer, moralischer und sozialer Hinsicht ist in
tiefgehender Weise von dem schwedischen Schriftsteller Emil Svensén behandelt
worden. Bei Völkern, wo vorzeitige Ehen oft vorkommen, konstatiert er im
allgemeinen mangelhafte physische und geistige Reife, in gewissen Beziehungen
ein Verharren auf dem Standpunkte des Kindes (»Infantismus»); volle
körperliche und geistige Entwicklung, Willensstärke und Selbstachtung sind
vorzugsweise bei Völkern heimisch, bei denen die Ehe in einem reiferen Alter
geschlossen wird. Von diesem Gesichtspunkt aus müssen die oben mitgeteilten Zahlen
für Schweden als in hohem Grade günstig angesehen werden. Auch dürfte bei
keinem anderen Volke das Mindestalter für den Eintritt der Frau in die Ehe
so hoch angesetzt sein wie in Schweden (gegenwärtig 17 Jahre, auf welchen
Betrag es im Jahre 1892 anlässlich eines im Reichstage gestellten Antrages
erhöht wurde).

Die Jahreszeit für die Eheschliessungen pflegt charakteristische
Verschiedenheiten zwischen verschiedenen Ländern aufzuweisen. In Schweden wurden
während der Jahre 1901—10 bis zu 17,2 % aller Ehen während des
Dezembers, 12,7 % während des Novembers und 12,6 während des Oktobers
eingegangen, also insgesamt 42,5 % während des letzten Quartals des Jahres. Auf das
erste Quartal kamen dagegen nur 14,4 %. Diese Verschiedenheiten waren in
älteren Zeiten noch stärker ausgeprägt und sind es noch heutzutage mehr auf
dem Lande als in den Städten.

Die Heiratsfrequenz ist bedeutend höher in den Städten als auf dem Lande.
Sie hat auch recht grosse Differenzen in den verschiedenen Landesteilen
Schwedens aufgewiesen; im allgemeinen ist sie höher gewesen in Nordschweden, wo
die Forstindustrie reichliche Arbeitsgelegenheit und hohe Löhne mit sich
gebracht hat, aber dieser provinzielle Unterschied scheint nun auf dem Wege zu
sein sich auszugleichen.

Gebärende und Geburten.



Aus Tab. 10 geht hervor, dass die Anzahl Lebendgeborener, die in den
Jahren 1751—75 sich auf jährlich 34,44 ‰ der Bevölkerung belief,
seitdem fast ununterbrochen heruntergegangen ist und in den Jahren 1901—10
nur etwa 25,77 ‰ betragen hat.

Die Anlässe zur Sinken der Geburtenziffer sind eigentlich drei.
Erstens sind gegenwärtig die produktiven Alter, wesentlich infolge der

Tab. 23. Relative Anzahl Gebärender. [1]
Jährlich Auf 1 Mill. Einw. Gebä-
rende
Auf 1 Mill. Einw. Gebä-
rende
Auf 1 Mill. Einw. Gebä-
rende
Frauen,
20—45
Jahre
Gebärende verheir.
Frauen,
15—45
Jahre
Gebärende
mit eheli-
chen Kin-
dern
unverheir.
Frauen,
20—45
Jahre
Gebärende
mit un-
ehelichen
Kindern
1751—75 189 729 34 783 183,3 113 637 33 872 298,3 77 946 911 11,7
1776—00 191 676 33 479 174,7 110 416 32 017 290,0 82 909 1 462 17,6
1801—25 188 107 33 246 176,7 108 858 30 967 284,5 80 457 2 279 28,3
1826—50 179 655 32 183 179,1 103 974 29 725 285,9 76 366 2 458 32,2
1851—75 183 176 32 346 176,6 99 087 29 188 294,6 84 543 3 158 37,4
1876—00 170 642 28 875 168,9 89 912 25 836 287,3 81 224 3 039 37,4
1910... 169 816 24 904 147,5 87 329 21 327 244,3 82 487 3 577 43,6


[1] Für ältere Zeiten teilweise auf Grund approximativer Berechnungen.

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