- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Schwedens Naturschätze. Von Gunnar Andersson

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I. SCHWEDENS NATURSCHÄTZE.

läufig von der Muskelkraft der Menschen und Arbeitstiere ab, so wird
bekanntlich der Kraftbedarf heutzutage vorzugsweise aus Kohle
verschiedener Art, aus Mineralölen, aus verschiedenen Pflanzenstoffen, vor
allem Holz, sowie aus Wasserfällen entnommen.

Fossile Brennmaterialien. Nichts hat seit Jahrtausenden in solchem
Grade die Lebensverhältnisse des Menschengeschlechts umgewandelt wie
die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in grösserem Umfange
beginnende Anwendung fossiler Brennmaterialien. Dank ihnen ist es
ja möglich gewesen, binnen kurzer Zeit unerhörte Energiemengen, die
im Laufe unendlich langer Zeiträume der Erdgeschichte angehäuft
worden sind, in produktive Arbeit umzusetzen. Die grossen
Steinkolilenlän-der sind es auch, die in unserer Zeit an der Spitze sowohl der geistigen
als der materiellen Kultur schreiten. Schweden ist genötigt worden r
bedeutende Teile seiner Produktion anzuwenden, um von in dieser
Hinsicht glücklicher gestellten Ländern seinen rasch anwachsenden
Kohlenbedarf kaufen zu können. So wurden im Anfang der 1890er Jahre
90 kg pro Einwohner, 1910 dagegen 812 kg und 1912 765 kg Kohlen
eingeführt. Lässt sich hieran nichts ändern?

Schweden hat hierbei vor allem mit zwei Naturschätzen zu rechnen:
Schonens Kohlenvorkommnissen und den über das ganze Land
zerstreuten Torfmooren; ferner auch bis zu einem gewissen Grade mit den in
Västergötland und anderen Landschaften vorkommenden Schieferölen und
dem Holzspiritus, der aus den Abfallprodukten unserer Wälder gewonnen
werden kann.

Steinkohle. Das im nordwestlichen Schonen belegene
steinkohlenführende Gebiet hat, wie man annimmt, eine wahrscheinliche Ausdehnung
von ca. 800 qkm, mit einem Kohlenvorrat von sicher 106, wahrscheinlich
etwa 300 Mill. Tonnen, d. h. einem Vorrat, der, unter Zugrundelegung
des gegenwärtigen Kohlenverbrauchs Schwedens, für einige wenige
Jahrzehnte den Bedarf des Landes decken würde. Der verhältnismässig
geringe Gehalt der Flöze an prima Kohle macht es indessen unmöglich,
diese auf eine ökonomische Weise zu gewinnen, ohne dass auch
minderwertige Kohlequalitäten und die wertvollen feuerfesten Tone, die zusammen
mit den Kohlen vorkommen, gleichzeitig gefördert werden. Das Problem
ist daher das gewesen und ist es immer noch, hinreichend grosse
Anwendung für diese Produkte zu finden. Erst in dem Masse, wie dies geschieht,
u. a. durch Schaffung einer vermehrten Ausfuhr für die Erzeugnisse
der Tonwarenindustrie und durch in grossem Massstabe betriebene
Ausbeutung der jetzt ausgearbeiteten Methode zur Darstellung von sog.
Eisenschwamm sowie durch elektrische Krafterzeugung, wird es möglich, die
Produktion über das Mass von etwas mehr als 300 000 Tonnen, der
Jahresförderung in letzter Zeit, hinaus zu vermehren. Gelingt es, fortgesetzt die
einheimische Produktion von Steinkohle auf etwa 1/lr,—1/20 des Verbrauchs
zu halten, wie es während der letzten Jahre der Fall gewesen ist, so dürfte
man einigermassen zufrieden sein. Dies ist nun freilich ein so geringer

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