Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VII. Industrie, Handwerk und Hausgewerbe. Einl. von Alf. Larson - 11. Sonstige Industrien - Industrie der Kraft- und elektrischen Anlagen. Von A. Enström
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
524
vii. industrie, handwerk und ii ausgewerbe.
2 600—3 000 Stunden. Einzelne Industrien dagegen, wie Zellulosefabriken,
Mühlen u. a., haben eine Ausnutzungszeit von nahezu 7 000 Stunden. Aus dem
zuletzt Gesagten und aus der obigen Bemerkung über die Kosten der Wasserkraft
im Verhältnis zur Wärmekraft geht hervor, in wie hohem Grade die erstere zu
einer billigen Triebkraft für die Industrie geeignet ist.
Aus dem Gesagten geht gleichfalls hervor, dass aus einem Wasserwerk
bezogene Kraft mit kurzer Verwendungszeit, z. B. für Beleuchtung und dergl., sich
verhältnismässig teuer stellen muss. Kommt dazu eine weit verzweigte
Verteilung, wie sie auf dem Lande meist nötig ist, so liegt auf der Hand, dass man
die Bedeutung der Kraftanlagen für die Landwirtschaft nicht überschätzen darf.
Indes hat sieh in dichter bevölkerten Gegenden eine derartige Verteilung mit
Nutzen durchführen lassen, und an verschiedenen Stellen verwendet man
elektrische Kraft zum Dreschen, Pumpen usw., in vereinzelten Fällen auch zum
Pflügen.
Die elektrische Kraft wird jetzt in immer weiterem Umfange nicht nur für
Kraftbetriebe sondern auch für unmittelbare Wirkung, so für elektrochemische
Zwecke (s. elektrochemische Industrie) und zum Schmelzen in Eisen-, Stahl-,
Zinköfen usw., verwendet. Für reine Heizzwecke, z. B. in Wohnungen,
eignet sich die Elektrizität nur in Fällen, wo sie zu besonders billigem Preise
erhältlich ist (überschüssige Kraft, Nachtkraft) oder sonstige günstige Umstände
obwalten.
Die lokalen Elektrizitätswerke in Städten und dergl. sind nunmehr recht
zahlreich. Von den 95 Städten Schwedens hatten im Jahre 1910 nicht weniger
als 82 Elektrizitätswerke; ausserdem fanden sich solche in vielen Dörfern und
Marktflecken. Von den genannten 82 Werken sind 64 % kommunale, die
übrigen werden von konzessionierten Privatgesellschaften betrieben. (In ein paar
Fällen bestehen ein Kommunal- und ein Privatwerk nebeneinander.)
Anfangs wurden die Elektrizitätswerke meist mit Wärmekraftmaschinen,
Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Dieselmotoren, Sauggasmaschinen usw. ausgestattet.
Später gingen immer mehr Werke zur Verwertung der Wasserkraft über, wobei
gewöhnlich die Wärmekraftmaschinen als Ersatz beibehalten wurden. Im Jahre
1910 bedienten sich 75 % aller städtischen Elektrizitätswerke der Wasserkraft
als Triebkraft; 64 % hatten Wärmemotoren, also 39 % gemischtes Getriebe.
Altere Werke wie auch die grösseren aus neuerer Zeit bedienen sich der
Verteilung mit gleichgerichtetem Strome. Dieses System ermöglicht die
Verwendung von Akkumulatorbatterien, woraus sich verschiedene Vorteile ergeben.
Einerseits braucht man kleinere Maschinen, als sonst durch die Spitzenbelastungen
erforderlich wären, andererseit erhält man durch die Ladung und den Ersatz der
Maschinen durch die Batterie zu gewissen Zeiten während der Nacht und des
Sommers eine bessere Ökonomie, und endlich liefert die Batterie eine
gleich-mässige Spannung und damit ein gleichmässiges Lieht. Neuere, mit
übertragener Wasserkraft getriebene Werke verteilen häufig den Strom direkt mit
Wechselstrom. Von den obenerwähnten 82 Werken arbeiteten 66 % mit Gleichstrom,
59 % mit Wechselstrom, mithin 25 °o mit beiden Systemen.
Die elektrische Beleuchtung ist dank dem Auftreten und der Verbesserung
der Metallfadenlampen stark durchgedrungen. Infolge des geringen
Stromverbrauchs dieser Lampen stellt sich die elektrische Beleuchtung bei den üblichen
Preisen für die elektrische Energie ebenso billig wie Petroleumbeleuchtung. Der
Preis schwankt bei den einzelnen Werken zwischen 25 und 45 öre für die
Kilowattstunde; in der Regel hält er sich zwischen 35 und 40 öre. Der Strom
für kleinere Motoren wird mit 15—30 öre, meist etwa 20 Öre für die
Kilowattstunde bezahlt. Für grössere Kraftverbraucher gelten besondere Preise nach
mannigfachen verschiedenen Tarifen.
Neuerdings treiben die Elektrizitätswerke eine kräftige Propaganda zur Erwei-
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>