Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VII. Industrie, Handwerk und Hausgewerbe. Einl. von Alf. Larson - 12. Handwerk und Hausgewerbe. [Von A. Raphael] - Hausgewerbe. Von S. Odén
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
550
vii. industrie, handwerk und hausgewerbe.
den Verkauf einrichtet, wird ihm oft sozusagen die künstlerische Spitze
abgebrochen. Man richtet sich nach dem Geschmacke des Käufers, die Nachfrage
auf dem Markte ist es, die in gewissem Grade Arbeitsmethode und Modelle
bestimmt, man versucht, so gut es sich tun lässt, marktgängige Industriearbeit
nachzuahmen. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dass nicht auch das
Hausgewerbe an manchen Orten es verstanden hat, seine Künstlerschaft und seine
charakteristischen Muster zu erhalten, besonders in Gegenden, wo es zusammen
mit Hausfleiss ausgeübt wird.
Das jeweilige Vorkommen der Rohstoffe sowie andere äussere Umstände oder
im Volkscharakter liegende Anlagen und Eigenheiten haben in Schweden wie
auch anderwärts zur Entstehung gewisser Slöjdzentren geführt, an denen
vorzugsweise gewisse Slöjderzeugnisse hergestellt werden. Wird dann diese
Herstellung in grösserem Massstabe betrieben, so hat sie oft die Tendenz, in
Hausindustrie überzugehn mit Arbeitgeber-Verlegern sowie einem mehr oder
weniger unbemittelten Arbeiterstamm, für den der Slöjd die Hauptbeschäftigung
bildet.
Das Spinnen war während des 18. und in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts ein Hausgewerbe, das vom Staate besonders unterstützt wurde, um
einheimisches Rohmaterial für die damals aufkommenden Webereien zu erhalten.
Gleichzeitig damit, dass alles häusliche Weben zum Verkauf in den Städten
verboten wurde, erging die Bestimmung, dass die Geschicklichkeit im Spinnen auf
alle Weise gefördert werden sollte. Staatliche Schäfereien wurden angelegt,
Unterricht im Flachsbau und in der Bereitung des Flachses wurde erteilt, und
Spinnschulen wurden über das ganze Land hin errichtet, und den Kirchspielen
die Verpflichtung auferlegt, je eine Person dorthin in die Lehre zu schicken,
die dann die erworbenen Kenntnisse in ihrem Heimatort weiter verbreiten sollte.
Da aber die Bezahlung, die die Fabriken für das gesponnene Garn boten,
ziemlich gering war, verzichtete das Volk allmählich, für dieselben zu arbeiten, und
das Spinnen ging mehr und mehr zurück, wenn auch selbstgesponnenes
Woll- und Leinengarn lange eine gewöhnliche Ware blieb, die die Bauern selbst
zu Markte brachten. Besonders in Ångermanland und Hälsingland wurde Flachs
in grossem Massstabe angebaut und gesponnen. Das silberglänzende feine
Leinengarn, das seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in der erstgenannten Provinz
hergestellt wurde, ist noch heute unübertroffen. Die hohe Qualität beruhte in
vieler Hinsicht auf der besonderen Beschaffenheit des Ackerbodens und des
Grundes in den Flüssen, in denen der Flachs geröstet wurde. Heutzutage
kommt es nur an einigen wenigen Orten, vor allem in Småland, aber auch
hier und da in den Länen Kopparberg, Gävleborg, Västerbotten und Norrbotten
vor, dass solches Gespinst auf Märkten feilgehalten wird, sonst verbraucht die
bäuerliche Bevölkerung das selbstgesponnene Garn im eigenen Haushalt zu
Geweben. Allgemein wird über den Rückgang der Schafzucht und des Flachsbaus
geklagt; indessen ist dieser Rückgang an den meisten Stellen eine ganz
natürliche Erscheinung, bedingt durch die Einführung einer intensiveren
Landwirtschaft und Viehzucht sowie auch Forstwirtschaft. Zur Beleuchtung des
Rückgangs des Flachsbaus und der Schafzucht und demnach in gewissem Grade
auch des häuslichen Spinnens in Schweden seien folgende Zahlen angeführt.
Während die Ernte an Gespinststoffen im Jahre 1865 auf 37 840 dz geschätzt
wurde, betrug sie im Jahre 1911 nur 5 575 dz; die Anzahl Schafe war während
desselben Zeitraums von 1 589 875 auf 945 709 heruntergegangen. Im Jahre
1865 machte das Areal mit Flachs (oder Hanf) bebauten Bodens 0’65 % des
gesamten angebauten Bodens aus, und auf 1 000 Einw. kamen 386 Schafe, im
Jahre 1911 aber waren die entsprechenden Zahlen nur 0’04 % und 172 Stück.
Bezüglich des Webens kann gesagt werden, dass, gleichwie der Anbau und
das Spinnen von Flachs seinen Hauptsitz in Hälsingland und Ångermanland
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>