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401
Den Verlauf der seismonastischen Reizbewegung verfolgt man am
besten im Einzelnen, wenn man die Trommel mit 1-stiindiger Um-
laufzeit benutzt. Aus den Kurven ersieht man nicht nur, dass die
Amplitude bei verschiedenen Blättchen und zu verschiedenen Tages-
zeiten ungleich gross ausfällt, sondern auch, dass die Abstiegperiode
von sehr variierender
Dauer sein kaum. Bei [ ! I
O. acetosella (Fig. 17) TC
vergehen meistens 10 99. V4 | bp
—15 Min., ehe die :
tiefste Lage erreicht Fig. 17. O. acetosella. xou b Mechanische Reiz-
ist. Bisweilen geht es kurve. Um 1 Uhr naehm. wurde mit einem Schlage
schneller, oft noch gereizt. Jede Bogenlinie 5 Min.
langsamer. Die Auf-
stiegperiode dagegen. dauerte in allen untersuchten Fällen ziemlich
genau eine Stunde und zwar unabhängig von der Grösse der Ampli-
tude. Wie schon PrErrER zeigte, bewirkt jeder neue Stoss, gleich-
gültig ob das Blättchen sich in Abstieg oder Aufstieg befindet, eine
neue Reaktion, bis die maximale Senkung zustande gekommen ist.
So kann man den Blättchen von O. acetosella 2—3 Schläge nach
einander in kürzester Zeit erteilen und bekommt ebenso viele Sen-
kungen, die unter einander meistens gleich gross sind.’ Die fol-
genden Schláge geben dann
kleinere Beantwortungen, je
90° R 90° nachdem das Blättchen sich
der Maximalsenkung nähert.
Fig. 18. 0. acetosella. 19-515. Mecha- Bei schwer beweglichen Blätt-
nische Reizkurve. 2 Mal nacheinander mit chen kann es sogar passieren,
2 Min. Zwischenzeit gereizt. Jede Bogen-
linie 5 Min.
dass der zweite Schlag, ob-
wohl sicher nicht stärker,
doch eine kräftigere Senkung verursacht als der erste. (Fig. 18.)
O. tetraphylla reagiert schon gegen einen Schlag mit einer so star-
ken Bewegung, dass ein zweiter Reiz, der vor der Aufstiegperiode
erteilt wird, wohl nie eine gleich grosse oder grössere Senkung her-
! Wenn der Schlaghebel das Blättchen in einer tieferen Lage trifft, ist wohl die
Fallhöhe grösser. Dafür wird aber der Stoss durch die schiefe Stellung des Mo-
linia-Halmes abgeschwächt, und der Winkel, um den das Blättchen nach unten be-
wegt wird, ist kleiner. Der seismonastische Reiz muss also in diesem Falle eher
schwächer als stärker sein, als wenn das Blättchen eine horizontale Stellung ge-
habt hätte.
Svensk Botanisk Tidskrif 1916. 26
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