- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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Bei näherer Untersuchung hat es sich gezeigt, dass die Ursache des
ausgebliebenen Samenansatzes von einer Deformierung des Gynä-
zeums abhängt; sowohl die Fruchtknoten als auch die Narben sind
wenig entwickelt, deformiert und zusammengeschrumpft (vgl.
Fig. 1:1 a—c). Die Staubblätter und die Pollenkörner scheinen
dagegen ganz normal zu sein (Fig. 1:3). In der Blüte ist es sehr
leicht, sogar bei okulärer Besichtigung, die weiblich sterilen oder
die männlichen Individuen von den zwittrigen zu unlerscheiden, bei
den letzteren schiessen nämlich die Narben über die Hüllspelzen
hinaus (Fig. 1: 2a), während sie bei den erstgenannten nicht sicht-
bar werden (Fig. 1: 2b), da sie in den Deckspelzen eingeschlossen
sind (Fig. 1:3). Auch an der «reifen» Ährenrispe kann man sehr
gut den ausgebliebenen Samenansatz beobachten; bei sterilen In-
dividuen sind nämlich die Hüllspelzen mehr aufgerichtet als bei
den fertilen (Fig. 2), welche beim guten Samenansatze mehr oder
weniger auswirtsgerichtete Hüllspelzen haben. Es ist ganz klar,
dass dies Fehlschlagen des Gynäzeums nicht zufälliger, modifikati-
ver Natur (z. B. auf Witterungs- oder Bodenverhältnisse beruhend)
ist, denn die 19 Individuen sind 4 Jahre lang und an 3 verschiede-
nen Plälzen wachsend beobachtet und immer vollständig weiblich.
steril gewesen, oder es haben sich sehr selten in einzelnen Ähren-
rispen einzelne Samen entwickelt (vgl. Tab. I u. II). In diesem
Falle haben wir folglich beim Timotheegras Androdiözie mit weni-
ger Neigung zur Andromonözie gefunden.

Nun will ich die Erblichkeitsverhältnisse dieser weiblichen Sterili-
tät zu erklären versuchen. In einem mit schwedischer Marktware
von Timothee besäten Beete wurde eine guten Erfolg verheissende
Pflanze mit gutem Samenansatz (90 Samen pro Ährenrispenzenti-
meter) ausgewählt. Einige Rispen derselben wurden im Jahre
1912 durch Pergamindüten isoliert, und die erhaltenen Samen im
folgenden Jahre zuerst in ein Kästchen mit sterilisiertem Boden
gesät und dann 66 Individuen auf dem Felde in Abständen von
40x40 cm gepflanzt, wovon 4 Pflanzen bald zu Grunde gingen.
Im Jahre 1914 hatten einige von den Pflanzen gar keinen Samen-
ansatz, und darum wurde in den folgenden Jahren das ganze Ma-
terial näher untersucht. Diese Untersuchung hat gezeigt, dass von

! Es kann in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass die weiblich sterilen
Individuen dem Äusseren nach ganz normal sind. Ein vegetativ vermehrtes, voll-
ständig steriles Individuum hatte 1917 eine Halmlänge von 70-80 em und 443
Ährenrispen, deren Durchschnittslänge 5,791#0,077 cm betrug.

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