- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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gabe eines Aufspeicherungsorgans hat, hat entwicklungsgeschichtlich
nichts mit dem Endosperm noch mit dem Perisperm zu tun. Es ist
ein organon sui generis und muss mit einem neuen Namen benannt
werden — z. B. Chalazosperm. Das Chalazosperm hat morpholo-
gisch gesehen nichts mit Perisperm zu tun; vom systematischen
Gesichtspunkt aus spricht daher das Vorkommen eines ev. Chalazo-
sperms in keiner Weise für Verwandtschaft mit Pflanzen, die ein
Perisperm besitzen.

Die Chalazospermnatur des chalazalen Anhangs bei Cyanastrum
muss indessen bis auf weiteres als sehr unsicher angesehen werden.
Die anatomische Struktur des Anhangs scheint mir nämlich ge-
wisse Eigentümlichkeiten aufzuweisen, die vielleicht einen Finger-
zeig dafür geben, dass seine physiologisch-biologische Bedeutung
eine andere ist als die oben angedeulete. Das Gewebe ist locker,
und zwischen den radiierenden Zellreihen finden sich grosse Inter-
zellularräume; überdies ist die Samenschale schwach entwickelt
und bildet deshalb vielleicht kein unübersteigliches Hindernis dafür,
dass der Anhang zur Anlockunge von Tieren dienen kann für
synzoische Verbreitung. Gewisse von SERNANDER (1906) beschrie-
bene Elaiosome zeigen wenigstens habituelle Ähnlichkeiten in der
Struktur mit dem chalazalen Anhange des Cyanastrum-Samens. Ge-
gen seine Elaiosom-Natur spricht jedoch der grosse Reichtum an
Stärke in den Zellen, seine für eine solche Aufgabe riesenhaflen
Dimensionen und endlich der Umstand, dass er vollständig von der
Samenschale umschlossen wird. Das letztere ist meines Wissens
bei keinem einzigen der bisher bekannten Elaiosome der Fall. —
Weiler als bis zu Vermutungen dürfte man gegenwärlig nicht kom-
men. Nur Keimversuche mit Cyanasirum-Samen mit und ohne
chalazale Anhänge können die Frage definiliv entscheiden.

Das wichligste Resultat meiner Untersuchung ist, dass Perisperm
beim Cyanastrum-Samen fehlt. Die Gattung Cyanastrum weicht
indessen nichtsdestoweniger in mehreren Hinsichten so stark von
den übrigen Monokolyledonen ab, dass die von ENGLER aufge-
gestellle Familie der Cyanastraceae auf jeden Fall durchaus moli-
viert sein därfte. Sie unterscheidet sich von den Liliaceae und
nahestehenden Familien innerhalb der Liliiflorae u. a. durch das
Fehlen eines Endosperms und durch die im Zusammenhang damit
stehende kräftige Entwicklung des Embryos. Vielleicht ist das als
Zeichen für Verwandtschaft mit Helobiae zu deulen. Die ausge-
prägte Synkarpie im Gynäzeum scheint jedoch ein so wichtiger

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